Endgültig: Eva Herman unterliegt Springer

Das Ende eines langen Rechtsstreits: In letzter Instanz hat der Bundesgerichtshof nun entschieden, dass das Hamburger Abendblatt in einem Bericht über die Buchpräsentation von Eva Herman in der damals gewählten Form, über die Äußerungen der Ex-Moderation zur NS-Familienpolitik, hat berichten dürfen. Damit hoben die Karlsruher ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln auf. Zudem wurden die von Eva Herman geltend gemachten Ansprüche auf Schmerzensgeld, Unterlassung und Richtigstellung abgewiesen.

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Im Prozess gegen das Hamburger Abendblatt ging es um einen Bericht vom 7. September 2007. Über die Pressekonferenz, auf der Herman ihr neues Buch vorstellte, schrieb die Zeitung in Bezug auf ihre Äußerungen zur Politik des Dritten Reiches: "Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter." In Köln waren die Richter der Meinung, dass diese Formulierung nicht den Tatsachen entsprach. Die Folge: Das Gericht untersagte die Formulierungen und verurteilte den Verlag und die Autorin des Artikels, Barbara Möller zu Euro Schadenersatz.
Tatsächlich hatte die Autorin laut gerichtlichen Feststellung gesagt: „Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten – es war ’ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle – aber es ist eben auch das, was gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.“

Der BGH stellt nun aber fest, dass die umstrittene Äußerung vom Abendblatt "weder unrichtig noch verfälscht oder entstellt" wiedergegeben worden sei. Laut Pressemitteilung lassen die Äußerung "im Gesamtzusammenhang betrachtet gemessen an Wortwahl, Kontext der Gedankenführung und Stoßrichtung" nur die Deutung zu, die die Zeitung ihr beigemessen habe.

"Mit dem heutigen Urteil hat der Bundesgerichtshof einmal mehr Fehlentscheidungen der unteren Instanzen korrigiert", kommentiert Claas-Hendrik Soehring, Leiter Verlagsrecht bei Springer. "Selbstverständlich müssen auch Prominente wie Eva Herman eine kritische Auseinandersetzung mit ihren öffentlichen Äußerungen hinnehmen – alles andere liefe auf bloßen Verlautbarungs- und Gefälligkeitsjournalismus hinaus und hätte mit objektiver, unabhängiger publizistischer Arbeit nichts zu tun."

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