RIM: Smartphone-Pionier stürzt brutal ab

Die Party ist zu Ende: Jahrelang unkten Marktexperten, Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) habe den Trend verschlafen und könne langfristig nicht mit Apples iPhone und den beliebten Android-Smartphones konkurrieren. Die Befürchtungen sind nun Gewissheit: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrzehnt verdiente RIM weniger als im Vorjahresquartal. Schlimmer noch: Der Ausblick auf das laufende Geschäftsquartal ist katastrophal. Massenentlassungen folgen. Die Aktie stürzt nachbörslich drastisch ab.

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Die Party ist zu Ende: Jahrelang unkten Marktexperten, Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) habe den Trend verschlafen und könne langfristig nicht mit Apples iPhone und den beliebten Android-Smartphones konkurrieren. Die Befürchtungen sind nun Gewissheit: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrzehnt verdiente RIM weniger als im Vorjahresquartal.  Schlimmer noch: Der Ausblick auf das laufende Geschäftsquartal ist katastrophal. Massenentlassungen folgen. Die Aktie stürzt nachbörslich drastisch ab.

Es waren glorreiche Zeiten:  Über ein halbes Jahrzehnt bestimmte der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) maßgeblich den Mobilfunkmarkt. Der Blackberry, das war das Synonym für mobile Erreichbarkeit im Geschäftsalltag – der erste Goldstandard im aufkommenden Smartphone-Markt.

Dann kam das iPhone – und veränderte die Machtverhältnisse im Mobilfunkmarkt – nicht zuletzt, weil Nachahmer wie Google auf den Zug aufsprangen und mit Android ein mobiles Betriebssystem bereitstellten, das Handyherysteller wie HTC, Samsung und Motorola zu ganz neuem Glanz verhalf.

RIM verzeichnet Gewinnrückgang

Research in Motion blieb bei seinem eigenen proprietärem Betriebssystem Blackberry OS, das in der App-Welt des iPhones und der Android-Geräte zunehmend sehr, sehr alt aussah. Trotzdem schien es lange so, als wäre der Mobilfunkmarkt groß genug für mehrere Player – bis jetzt.

Nachdem Research in Motion Anfang Mai eine überraschend Gewinnwarnung ausgesprochen hatte, folgte nun die Quittung in nackten Zahlen: Nach 769 Millionen Dollar oder 1,38 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal  verdiente Research in Motion nun zwischen Februar und Mai nur noch 695 Millionen Dollar oder 1,33 Dollar – ein Gewinnrückgang  also, während die Umsätze noch mal von 4,9 auf 4,2 Milliarden Dollar gesteigert werden konnten. Analysten hatten allerdings mit 5,15 Milliarden gerechnet.

Desaströser Ausblick – Aktie verliert nachbörslich 15 Prozent

Noch viel eklatanter fiel allerdings der Ausblick auf das laufende Quartal aus: Statt den erwarteten  Gewinnen von 1,40 Dollar je Aktie rechnet RIM nun noch mit Erträgen zwischen 75 Cent und 1,05 Dollar – ein in dieser Dimension sehr seltener Einbruch in der Technologiebranche. Auch die Umsätze brechen regelrecht ein: Statt der von Volkswirten erwarteten 5,46 Milliarden Dollar taxiert RIM seine Erlösen nur noch in Höhe von  4,2 bis 4,8 Milliarden Dollar. Deutlich geringere Jahresgewinne in Höhe von 5,25  bis 6 Dollar sind ebenso die Folge wie Massenentlassungen.
Kaum verwunderlich, dass die RIM-Aktie, die seit Januar bereits 40 Prozent hinten im nachbörslichen Handel nochmals hart abgestraft wurde: Anteilseigner flüchteten in Scharen und schickten das Papier auf nur noch 30 Dollar, 15 Prozent tiefer.

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