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Warum Facebook 100 Mrd. Dollar wert ist

Die magische Schallmauer ist für viele des Guten zu viel: Facebook, 100 Milliarden Dollar wert? Unfassbar! So war es gestern in vielen Gazetten, Foren und Social Media-Diensten zu lesen. Tatsächlich relativiert sich die angenommene Bewertung des Social Networks beim Börsengang 2012 schnell, wenn man die volkswirtschaftlichen Grundrechenarten anlegt, die an der Börse üblich sind. Klar wird schnell: Google war zum Zeitpunkt des IPO mit einer vergleichbaren Multiplen bewertet, ließ Aktionäre aber früher partizipieren.

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Die magische Schallmauer ist für viele des Guten zu viel: Facebook, 100 Milliarden Dollar wert? Unfassbar! So war es gestern in vielen Gazetten, Foren und Social Media-Diensten zu lesen. Tatsächlich relativiert sich die angenommene Bewertung des Social Networks beim Börsengang 2012 schnell, wenn man die volkswirtschaftlichen Grundrechenarten anlegt, die an der Börse üblich sind. Klar wird schnell: Google war zum Zeitpunkt des IPO mit einer vergleichbaren Multiplen bewertet, ließ Aktionäre aber früher partizipieren.

Es klingt wie nach der ultimativen Blase: Ein sieben Jahre altes Internet-Unternehmen, das noch gar nicht an der Börse ist, könnte zum wahrscheinlichen Start gleich mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden – so etwas hat es noch nie gegeben. Ist das also der Gipfel des Internet-Wahnsinns, nach 1999 also der Dot.com-Hype 2.0?

Mitnichten. Die Bewertung ist schlicht das Ergebnis einfacher Grundrechenarten. Schon als Goldman Sachs im Januar ausgewählten Kunden eine Beteiligung an Facebook auf Basis einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar anbot, war der Aufschrei groß, zumal Facebook in 2010 wohl gerade mal 2 Milliarden umgesetzt und 600 Millionen verdient habe.

Wenige Monate später war klar, mit welcher Dynamik das Wachstum des boomenden Social Networks weiter ging: In 2011 könnte Facebook nämlich nunmehr bereits 2 Milliarden verdienen, wurde ein Insider Anfang Mai im Wall Street Journal zitiert. Spätestens seitdem schwebt die Zielmarke eines 100 Milliarden Dollar schweren Börsengangs im Raum, der am Wochenende von CNBC neue Nahrung erhielt.

100 Milliarden Dollar zu KGV 50: Amazon und Baidu sind heute teurer

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Angesichts der Bewertungen,  mit denen Wachstumswerte wie Facebook an der Börse gehandelt werden, erscheint das 100 Milliarden-IPO fast logisch. Entscheidendes Kriterium ist einmal das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die wichtigste Kennzahl der Börsenwelt. Bei Facebook beträgt sie demnach 50 – ein für sich genommen ziemlich hoher Wert, wenn man das Durchschnitt-KGV des marktbreiten S&P 500-Index zugrundelegt, das historisch bei 15 liegt.

Allerdings sind Anleger bereit,  für Wachstum von Ausnahme-Unternehmen deutlich draufzuzahlen: Beispiel Amazon, das aktuell für ein KGV von 80 (!) den Besitzer wechselt oder Baidu, das Aktionäre in diesen Tagen für ein KGV von knapp 70 handeln. Demnach käme Facebook mit einem 50er KGV noch deutlich günstiger auf den Markt – erst recht, wenn man die Rechung mit dem nächsten Geschäftsjahr aufmacht, das beim Börsengang die maßgebliche Vergleichgröße ist.

Noch höhere Bewertung vom Börsengang möglich

Verdient Facebook 2012 bereits 3 Milliarden, reduziert sich das KGV auf 33. Könnte Facebook den erwarteten Gewinn sogar auf 4 Milliarden verdoppeln, würde sich das KGV sogar auf moderatere 25 ermäßigen . In solchen Dimensionen erscheint fast fraglich, ob sich der mutmaßliche Konsortialführer Goldman Sachs mit einer solchen Bewertung zufrieden geben würde, wenn doch beim erwarteten Anleger-Ansturm viel mehr drin – wie die Vorboten LinkedIn Yandex und Pandora nahelegen. Die 100 Milliarden-Bewertung ist also tatsächlich ein volkswirtschaftlicher Nonevent, zumal es ja Unternehmen wie Google (aktuell 163 Milliarden Dollar), Microsoft (204 Milliarden Dollar) oder Apple (306 Milliarden Dollar) gibt, die an der Wall Street zu noch ganz anderen Summen gehandelt werden.
Die eigentliche Randnotiz des kommenden Facebvook-IPOs ist eine andere: Dass der Privatanleger, ganz im Gegensatz zu Google 2004, diesmal am außergewöhnlichen Wachstum wohl kaum teilhaben können. Wie groß werden die Kurssteigerungen nämlich sein, wenn Facebook mit über 100 Milliarden Dollar am Markt debütiert? Google, das 2004 – und damit in einer früheren Unternehmensphase  – für knapp 30 Milliarden Dollar mit einem KGV von mehr als 50 debütierte, konnte seinen Aktionären bis heute immerhin eine Wertsteigerung von über 500 Prozent präsentieren. Gelänge Facebook dies auf Basis der 100 Milliarden Bewertung, wäre  das Social Network nach heutigem Stand bei einer Marktkapitalisierung von einer halben Billion das wertvollste Unternehmen der Welt.  

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