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Börsendebüt: Pandora verdoppelt Wert

Es geht Schlag auf Schlag an den amerikanischen Aktienmärkten: Nach LinkedIn und Yandex ist vor Pandora. Der amerikanische Musik-Streaming-Dienstleister wird heute an der New Yorker Börse unter dem simplen Tickersymbol "P" den Handel aufnehmen. Das allerdings zu happigen Kursen: Nachdem das 2000 gegründete Internet-Unternehmen seinen Ausgabekurs vor zwei Wochen noch auf 7 bis 9 Dollar taxiert hatte, geht Pandora jetzt für das Doppelte an die Börse – das Unternehmen ist zum Handelsstart 2,6 Milliarden Dollar wert.

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Es geht Schlag auf Schlag an den amerikanischen Aktienmärkten:  Nach LinkedIn und Yandex ist vor Pandora. Der amerikanische Musik-Streaming-Dienstleister wird heute an der New Yorker Börse unter dem simplen Tickersymbol "P" den Handel aufnehmen. Das allerdings zu happigen Kursen: Nachdem das 2000 gegründete Internet-Unternehmen seinen Ausgabekurs vor zwei Wochen noch auf 7 bis 9 Dollar taxiert hatte, geht Pandora jetzt für das Doppelte an die Börse – das Unternehmen ist zum Handelsstart 2,6 Milliarden Dollar wert.

1999 ist zurück – ein bisschen zumindest. Während die Schwergewichte der Technologiewelt in der Ausverkaufswelle der vergangenen Wochen hart unter die Räder gekommen sind und inzwischen mit so niedrigen Bewertungen wie seit der Finanzkrise nicht mehr gehandelt werden, schießen die Börsendebütanten in die Höhe als wären die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt.

LinkedIn? Ein Kursplus von mehr als 100 Prozent am ersten Handelstag. Und das, obwohl  das Online-Netzwerk in diesem Geschäftsjahr Geld verlieren wird. Yandex? 50 Prozent für Erstzeichner. Und das, wohl gemerkt, wie bei LinkedIn nach einer mehrfachen Anhebung der Zeichnungsspanne.
"Auf Basis der Erwartungen gehandelt und nicht auf Basis der Bilanzen"

Gleiches gilt für den beliebtesten Internet-Radio-Anbieter der USA, der im vergangenen Jahr 137 Millionen Dollar umsetzte, dabei aber 1,7 Millionen Dollar verlor. Gemeinsam mit Seiten wie last.fm, iLike und Lala.com hat Pandora, das inzwischen über 90 Millionen registrierte Nutzer verfügt, die Hörgewohnheiten und Musikindustrie  beeinflusst, aber lange nach einem tragfähigen Geschäftsmodell gesucht.

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Das scheint auch weiterhin fraglich: Im ersten Quartal dieses Jahres  zogen die Umsätze zwar auf 51 Millionen Dollar an, die Verluste weiteten sich aber ebenfalls aus und beliefen sich in den ersten drei  Monaten auf fast 7 Millionen Dollar. "Diese ganze neue Generation von Internet-Unternehmen, die jetzt an die Börse strebt, wird auf Basis der Erwartungen gehandelt und nicht auf Basis ihrer Bilanzen", findet etwa Wedbush-Analyst Michael Pachter.
Pandora schon fast so viel wert wie ProSiebenSat.1

Und diese Erwartungen sind weiter ausufernd groß. Auf 7 bis 9 Dollar je Aktie hat Pandora vorvergangene Woche noch die Bookbuilding-Spanne taxiert – und wollte damit 123 Millionen Dollar erlösen.  In der letzten Woche war schon von 10 bis 12 Dollar die Rede. Nun wurde der Ausgabepreis noch mal ganz kräftig angehoben – nämlich auf 16 Dollar je Aktie.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Internet-Unternehmen mit seinen 14,7 Millionen Aktien immerhin 235 Millionen Dollar erlöst. Und dass der Unternehmenswert zum Handelsstart auf satte 2,6 Milliarden Dollar schnellt.  Damit ist der nur in den USA zugelassene Online-Musikanbieter zum Börsenstart fast so viel wert wie das deutsche TV-Konglomerat ProSiebenSat.1 – und sogar mehr als deutsche Traditionskonzerne wie Douglas oder Stada Arzneimittel. Ob es noch mehr wird, kann aber 15.30 Uhr deutscher Zeit zum Handelsstart in den USA besichtigt werden.

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