Das Wechsel-Spiel von Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk steht noch bis Sommer 2012 beim ZDF unter Vertrag. Gut möglich, dass er danach für die ARD auf Sendung geht. Zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ist ein Wettstreit um den Altmeister der TV-Unterhaltung ausgebrochen. Das ZDF würde Gottschalk gerne halten und bietet ihm eine wöchentliche Sendung an. Die ARD lockt ihn mit einem täglichen Format. Beides wäre für Gottschalk nach “Wetten dass..?” ein Risiko.

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“Wetten dass..?” und Thomas Gottschalk – da hatten ein Format und ein Moderator zusammengefunden. Nur Gottschalk schaffte es immer wieder für ein paar Samstage im Jahr den Geist der großen, gemeinschaftlichen TV-Familienunterhaltung der 80er Jahre zu beschwören. Zuletzt mit attraktiver Unterstützung der charmanten Michelle Hunziker. Aber seit dem schlimmen Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch war ein Schatten auf die Sendung gefallen, wie Gottschalk es selbst einmal formulierte.

Gottschalk verkündete daraufhin seinen Abschied von dem Format, das er wie kein Zweiter prägte. Wie es mit “Wetten dass..?” weitergeht ist seither unklar. Wie es mit Thomas Gottschalk weitergeht auch. Sicher ist nur: Gottschalk will weiter Fernsehen machen. “Es muss doch im deutschen Fernsehen etwas geben, das zwischen dem Feuilleton der FAZ und ‘Bauer sucht Frau’ angesiedelt ist”, formulierte er einmal seinen Anspruch des gepflegten Mainstream.

Nun wird es langsam konkret. Bei der ARD wird er laut Süddeutscher Zeitung und Bunte von der aktuellen Vorsitzenden und WDR-Intendantin Monika Piel und Programmdirektor Volker Herres umgarnt. Im Gespräch sei laut Bunte eine tägliche Sendung vor der "Tagesschau", in der Gottschalk ohne Gäste über das Tagesgeschehen und Gott und die Welt plaudert, mit selbiger verbunden über Telefon und Internet . Das kann man sich allerdings nur schwer vorstellen. Wenn Gottschalk richtig gut ist, dann braucht er immer ein Gegenüber, eine Projektionsfläche für seine berüchtigten Altherren-Witze oder seine manchmal genialen Improvisationen. Gottschalk pur – noch dazu täglich – das wäre ein hoch riskantes Spiel.

Beim ZDF soll laut SZ dagegen eine wöchentliche Spät-Sendung im Gespräch sein, wahrscheinlich am Montag- oder Freitagabend. Auch das wirkt nur auf den ersten Blick verlockend. Auf den zweiten Blick gäbe es am Montag eine starke Konkurrenz mit dem ARD-Talker Beckmann und der Freitagabend gilt ohnehin als Killer-Sendeplatz. Beim ZDF könnte Gottschalk sicherlich noch zahlreiche TV-Events zusätzlich moderieren. Das kann er, das passt zu ihm – eine neue Herausforderung, die er möglicherweise sucht, ist das wegmoderieren von Galas aber nicht.

Derzeit stehen die Zeichen laut Branchenspekulationen eher in Richtung ARD. Für Gottschalk wäre das, wie für seinen früheren Buddy Günther Jauch, eine späte Rückkehr. Genau wie Jauch begann Gottschalk seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk.

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