Wii U: riskante Wette auf Tablet-Trend

Es ist so eine Sache mit Produktlaunches: So ausgefeilt und so aufwendig sie auch inszeniert sein mögen, den Kapitalmärkten gefallen die Neuigkeiten nicht immer. Wie schon Apple bei der Vorstellung seiner Software-Upgrades wurde nun auch Nintendo von Anlegern nach der wohl wichtigsten Produktüberholung seit Jahren abgestraft: "Wii U", das Nachfolgemodell der sehr beliebten Spielekonsole, setzt zwar auf den Tablet-Trend, kann aber mit zu wenig Innovationen glänzen – die Aktie stürzt auf ein 5-Jahrestief.

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Es ist so eine Sache mit Produktlaunches: So ausgefeilt und so aufwendig sie auch inszeniert sein mögen, den Kapitalmärkten gefallen die Neuigkeiten nicht immer. Wie schon Apple bei der Vorstellung seiner Software-Upgrades wurde nun auch Nintendo von Anlegern nach der wohl wichtigsten Produktüberholung seit Jahren abgestraft: "Wii U", das Nachfolgemodell der sehr beliebten Spielekonsole, setzt zwar auf den Tablet-Trend, kann aber mit zu wenig Innovationen glänzen – die Aktie stürzt auf ein 5-Jahrestief.

Fünf Jahre sind eine halbe Ewigkeit  in der Technologiewelt.  2006 war es, als der japanische Unterhaltungskonzern erstmals seine fernsehgebundene Videospielkonsole Wii vorstellte. Der Erfolg sollte gigantisch werden: Bis April dieses Jahres verkaufte der Gameboy-Erfinder 86 Millionen Geräte. Wii wurde zum Teil der Popkultur: Wii-Partys boomten, lustige Bilder von konsolenverrückten Wii-Spielern sind aus Facebook kaum mehr wegzudenken.

Jahr für Jahr wurde upgedated: Neue Spiele und Features wurden auf den Markt geworfen, die Hardware blieb im Kern bestehen. Bis jetzt: Auf der weltgrößten Spielemesse Electronic Entertainment Expo E3 wurde in Los Angeles gestern das mit Spannung erwartete Nachfolgemodell vorgestellt. "Wii U" heißt es – und setzt ganz auf den Tablet-Trend.

Neuer Controller voll im Tablet-Trend

Das erscheint angesichts des Erfolgs des iPads nachvollziehbar, wirft aber auch die Frage auf, ob Tablets tatsächlich ideal für den Spiele-Einsatz geschaffen sind. Der Controller, der früher an eine TV-Fernbedienung erinnerte, kommt nun als dünner, hochauflösender 6,2-Zoll großer Touchscreen daher, Kamera, Mikrofon und Bewegungsensoren inklusive.  

Der neue Controller ist schön anzusehen und soll helfen, "für alle Spieler ein befriedigendes Erlebnis zu bringen", wie Nintendo-CEO Satoru Iwata bei der Präsentation gestern in Los Angeles mit einigem Understatement betonte. Das dürfte gelingen. Allerdings erst 2012, denn solange müssen Spielefans noch auf Wii U warten.

Nintendo-Aktie stürzt auf 5-Jahrestief

Obwohl Nintendo damit gegen Microsofts Xbox und Sonys Playstation einen echten Trumpf ausgespielt hat, dürfte jedoch die Frage bleiben, ob Nintendo sich damit nicht gefährlich nah in ein Terrain bewegt, das dem japanischen Unterhaltungspionier gefährlich werden könnte – schließlich bietet iPads und Android-Tablet in ihrer App-Vielvalt selbst schon unzählige Spielemöglichkeiten.

Entsprechend reserviert reagierten Anleger. Um mehr als fünf Prozent stürzte die Nintendo-Aktie heute in Reaktion auf die Wii-U-Präsentation ab. Damit liegt der japanische Spiele-Pionier nicht nur bereits 35 Prozent seit Jahresbeginn zurück – die Aktie notiert gar auf einem 5-Jahrestief, jenem Nievau, als die erste Wii-Konsole am Markt debütierte. Ein Kreis schließt sich.

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