Wer krank ist, bleibt zu Hause!

Wenn Sie sich mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit zur Arbeit quälen, dann schaden Sie Ihrem Unternehmen. Nicht nur wegen der Gefahr, Ihre Kollegen anzustecken. Eine Studie der Felix Burda Stiftung kommt zu dem Schluss, dass kranke Mitarbeiter, die ungenesen wieder ihren Schreibtisch beziehen, hohe Kosten verursachen. Und das nicht zu knapp: Die deutsche Volkswirtschaft verliert jährlich rund 225 Milliarden Euro durch kranke Arbeitnehmer.

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Die Deutschen sind dauerkrank. Sie leiden an Präsentismus – dem Zwang, permanent zu Arbeit zu erscheinen. Auch wenn sie krank sind. So senken kranke Arbeitnehmer das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jährlich um neun Prozent. Würden sich die Kranken vernünftig auskurieren und erst wieder gesund zur Arbeit zurückkehren, wären die Kosten weitaus geringer, so die Studie.

Die einzig gangbare Lösung wäre mehr betriebliche Gesundheitsvorsorge im Unternehmen. Wichtigste Gründe für betriebliche Gesundheitsvorsorge sind aus Sicht der befragten deutschen Unternehmen der „demografische Wandel“ und der schon jetzt spürbare „Wettbewerb um Arbeitskräfte“. Auf volkswirtschaftlicher Ebene kommen die steigenden Gesundheitskosten verschärfend hinzu. Laut statistischem Bundesamt betrugen 2009 die Gesundheitsausgaben 278 Mrd. Euro und damit fast 12% des Bruttoinlandsproduktes. Der Anstieg von 2008 auf 2009 hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mit 5,2% nahezu verdoppelt.

Vorausrechnungen zeigen, dass die Kosten aufgrund der Überalterung der
Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts in Zukunft noch weiter ansteigen.
„Unsere Untersuchung belegt: Selbst die konservative Berechnung zeigt einen direkten Nutzen auf, der durchschnittliche Renditen bei weitem übersteigt. Betriebliche Gesundheitsvorsorge hilft Unternehmen, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern“, fasst Rolf Fricker, Vice President und Gesundheitsexperte bei Booz & Company, die Ergebnisse zusammen.

So seien kranke Arbeitnehmer nicht nur weniger leistungsfähig. Sie würden auch mehr Fehler machen und häufiger an Unfällen beteiligt sein. Nicht zuletzt auch für den Arbeitnehmer selbst sei es ein Gesundheitsrisiko, wenn er seine Erkrankungen nicht auskuriert.

Das kann schnell für Arbeitgeber und Arbeitnehmer teuer werden. Weil die Behandlung chronischer Krankheiten weitaus teurer ist. Und ein kranker Arbeitnehmer pro Jahr rund 1200 Euro kostet. Ein Arbeitnehmer, der sich krank zur Arbeit schleppt, aber rund 2400 Euro.

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