„Lead Awards kosten ein Zehntel des ADC“

Alle Jahre wieder schaut die Kreativ- und Medien-Elite für einen Tag nach Hamburg auf die Lead Awards. Bereits zum 19. Mal prämiert die Jury die besten Magazin-Cover, Fotoreportage, Modestrecken und Werbekampagnen. "Wir sind etwas ganz Besonderes. Denn wir sind der einzige Medien- und Kreativpreis, bei dem es keine Einreichung gibt", sagt Marcus Peichl, Chef der Lead-Academy. Ob die Preisverleihung auch bei ihrem 20. Jubiläum in Hamburg stattfindet, ist unklar. Denn noch ist laut Peichl "nix fix".

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Die Standortfrage ist längst der Dauerbrenner der Preisverleihung. Denn die Veranstaltung leidet seit Jahren unter dem geringen Engagement der Stadt. "Wir könnten das Event, sofort in einer anderen Stadt veranstalten", droht Peichl. "Doch ich finde, dass Hamburg noch immer die kreative Hauptstadt ist – und hier gehört dieser Preis einfach hin."

Doppelseite aus dem Kochmagazin BEEF

Unter den schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen litt die Veranstaltung in diesem Jahr ganz besonders. So entfällt diesmal das Symposion, das ansonsten am Tag der Verleihung immer Medienmacher, Blogger, Fotografen und Werber zusammen brachte. Das soll sich im Jubiläums-Jahr aber wieder ändern. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass im nächsten Jahr das Symposion auch zwei oder drei Tage dauert und zu einem Festival der Kreativität ausgebaut wird", sagt Peichl. Damit wäre der Event fast schon ein echter Rivale für das große Festival des Art Directors Club in Frankfurt. Die Unterscheidung zum jährlichen Werbe-Event ist Peichl allerdings enorm wichtig: "Die Lead Awards kosten ein Zehntel des ADC."

Das Prozedere, in dem die Lead Academy die jeweiligen Preisträger bestimmt, ist tatsächlich besonders. "Aus rund 350 Zeitschriftentiteln wird der gesamte Jahrgang durchsucht. Eine erste Vorauswahl von 1.000 bis 2.000 Beiträgen und rund 1.500 Fotoarbeiten wird dann der Hauptjury vorgelegt", erklärt Peichl das Auswahlverfahren.

Norminiert als Porträt des Jahres: Jonas Unger fotografierte Gerad Depardieu

Die wichtigste Änderung im Vergleich zu den Vorjahren ist die frisch eingeführte Kategorie des Creative Leaders als neues Pendant zum eigentlichen Hauptpreis des Visual Leaders. Dafür sind in diesem Jahr Eike König (u.a. New York Magazin, Nike), Veronika Illmer für Bild und Bild am Sonntag und Sarah Illenberger für ihre Illustrationen in der Neon nominiert. Als Creative Leader kämpfen 2011 Guido Heffels (u. a. Audi, Hornbach, Blixa), Arnim Jochum und Alexander Schill.

Zudem erweiterte die Jury in diesem Jahr erstmals ihren Werbebegriff. Wurden früher nur gedruckte Kampagnen ausgezeichnet, begutachteten die Prüfer diesmal jede Art von Werbung. "Im Mittelpunkt steht nicht mehr ein Medium, sondern die Idee", sagt Peichl.

Spiegel und Vice: Zwei der besten Cover des Jahres

Insgesamt ist der ehemalige Tempo-Chefredakteur zufrieden mit dem Jahrgang. "Obwohl das Jahr 2010 noch stark von der Krise geprägt war, konnten wir keinen Qualitätsverlust bei den Arbeiten beobachten." Tatsächlich sah die Jury einige "Höchstleitungen" und ein Comeback der Reportage-Fotografie.

Alle prämierten Werke sind in den nächsten zehn Wochen (9. Juli bis 14. August) in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.

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