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Apples Ufo-Campus: Jobs’ Vermächtnis

Superlative ist man von Steve Jobs gewohnt: Apples Produkte sind "magisch" oder "unfassbar großartig". Bei der Präsentation des vielleicht beeindruckendsten Coups der Firmengeschichte gab sich Jobs zurückhaltender, aber nicht weniger selbstbewusst, als man es vom Apple-Gründer gewohnt ist. Steve Jobs präsentierte gestern vor dem Stadtrat in Cupertino den Plan für den neuen Campus des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt, der einem Ufo gleicht.

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Keine Frage: Von Apple erwartet man nicht weniger als den Goldstandard des guten Geschmacks – nicht zuletzt auch bei der Gestaltung der eigenen Konzernzentrale. Der Apple-Campus ist im kalifornischen Cupertino schon jetzt sagenumwoben, aber für den Technologiekonzern wird er schlicht zu klein. Ein halbes Jahr ist es her, als Apple von Hewlett Packard Bürofläche von rund 400.000 Quadratmetern kaufte, um weiter wachsen zu können.
Doch eben nicht irgendwie, nicht wie andere Technologiekonzerne. Wer den Anspruch von Firmengründer Steve Jobs kennt, immer etwas anders zu denken, für den war klar, dass nach einem Jahrzehnt der größten Comebacks in der Geschichte der Wirtschaftswelt etwas Neues geschaffen werden musste – etwas, das den phänomenalen Erfolg des iPod-, iPhone- und iPad-Herstellers für jedermann sichtbar zementiert, etwas, was es aus diesem Planeten noch nicht gegeben hat.

Die beeindruckendste Firmenzentrale der USA

Etwas, das aussieht „wie ein Raumschiff, das gerade landet“. So beschrieb Steve Jobs gestern höchstpersönlich vor dem Stadtrat von Cupertino den futurisch konzipierten Gebäudekomplex, der 2015 fertiggestellt werden und 12.000 Mitarbeitern Platz bieten soll.

Derzeit arbeiten bei Apple in Cupertino 9.000 Menschen. Wie von einem gläsernen Reifen umschlossen wirkt der Komplex: „Es gibt kein gerades Stück Glas an diesem Gebäude“, erklärte Jobs. Dafür jede Menge Natur außen herum und im Innenhof.

Steve Jobs macht Druck: „Größter Steuerzahler in Cupertino“

Es soll die beeindruckendste Firmenzentrale der USA werden – und damit wohl gleichfalls so etwas wie das Vermächtnis der Ära Steve Jobs. Nur eine Bewilligung steht eben noch aus. Dafür besuchte Steve Jobs persönlich den Stadtrat von Cupertino. Die Anhörung glich einer skurrilen Mischung aus Pflicht-Befragung und Fan-Ergebenheit – es schien, als müsste der Rat lästige Fragen loswerden, während er in Wirklichkeit den größten Popstar der Wirtschaftswelt feiern wollte.

Der zeigte sich aber von einigen – zugegeben, ziemlich hölzernen – Nachfragen indes leicht gereizt und deutete an, wie der Apple-Gründer, der zum „CEO des Jahrzehnts“ oder gar Jahrhunderts ausgezeichnet worden war, im Geschäftsalltag sein kann: knallhart.

 

Kostprobe: Was der neue Apple-Campus denn der Gemeinde Cupertino bringe, wollte ein Ratsmitglied wissen. „Steuergeld“, parierte der gebürtige Kalifornier trocken. „Wir sind der größte Steuerzahler in Cupertino. Aber wir können auch woanders hingehen“, erklärte der Apple-CEO, „etwa nach Mountain-View“. Da sitzt bekanntlich Google. Oder etwa, was Apple der Stadt mit dem neuen Konzernkomplex zusätzlich bringe, etwa freies Wlan? Das müsse die Stadt schon selbst erledigen, dafür zahle er ja schließlich Steuern, konterte Jobs.
Majestätsbeleidigung? Nicht wirklich. Das Ende der Befragung verkam zu einer minutenlangen Huldigung des Apple-CEO, ein Stadtratsmitglied packte schließlich sein iPad aus und zeigte es dem Apple-CEO wie ein kleiner, stolzer Junge, scheiterte aber bereits an der Entriegelung. Skurrilitäten im Stadtrat allenthaben.

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