Was Apples Newsstand für Verlage bedeutet

Die meiste Aufmerksamkeit der Keynote von Apple-Chef Steve Jobs zog die Ankündigung der iCloud auf sich. Dabei ging ein bisschen unter, dass Apple auch sein digitales Kiosk angekündigt hat: Newsstand. Damit bietet Apple eine Anwendung an, die ganz ähnlich funktioniert wie der iBook-Store für digitale Bücher - nur eben für Zeitschriften- und Zeitungsabos. Aber Newsstand wird die Differenzen zwischen Apple und der Verlagswelt nicht ganz ausräumen können.

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Die meiste Aufmerksamkeit der Keynote von Apple-Chef Steve Jobs zog die Ankündigung der iCloud auf sich. Dabei ging ein bisschen unter, dass Apple auch sein digitales Kiosk angekündigt hat: Newsstand. Damit bietet Apple eine Anwendung an, die ganz ähnlich funktioniert wie der iBook-Store für digitale Bücher – nur eben für Zeitschriften- und Zeitungsabos. Aber Newsstand wird die Differenzen zwischen Apple und der Verlagswelt nicht ganz ausräumen können.
Zunächst einmal hört sich das Konzept von Newsstand bestechend an. Wie beim normalen App-Store und dem iBook-Store gewohnt können Nutzer sich diverse Magazine und Zeitungen anschauen, Rezensionen schreiben und lesen und mit einem Klick abonnieren. In dem Demo von Apple waren bereits zahlreiche englischsprachige Zeitungen und Magazine zu sehen: Vanity Fair, Elle, GQ oder der San Francisco Chronicle (die sonst oft bei Apple-Präsentationen vertretene New York Times war dagegen nicht zu sehen…). Interessantes Detail: Bei Newsstand steht Rupert Murdochs iPad-only-Magazin The Daily gleichberechtigt neben den Digital-Ausgaben der etablierten Print-Magazine. Eine für Nutzer sehr praktische Neuheit ist, dass die Ausgaben im Hintergrund geladen werden. Kommt also eine neue Ausgabe heraus, wird diese automatisch geladen, auch wenn man sich gerade mit mit iPad oder iPhone befasst. Schaltet man das Gerät dann ein, ist die Ausgabe bereits da und kann auch offline gelesen werden. Damit entfällt das nervende, zeitraubende und oft instabile Runterladen voluminöser digitaler Magazin-Ausgaben.

Aus Nutzersicht ist also alles im Prinzip gut so, wie es Apple vorgestellt hat. Manche Verlage dürften freilich trotzdem weiter unzufrieden sein. So wird Apple an seinem etablierten 70:30 Modell bei den erlösen festhalten. Das heißt, wollen Verlage auf den Newsstand, müssen sie 30 Prozent ihrer Umsatzerlöse an Apple abgeben. Und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass Apple von seinen rigiden Bestimmungen abrückt, was die Herausgabe von Nutzerdaten betrifft. Das ist zwar durchaus im Sinne der Nutzer und Leser, aber die Verlage haben da offenbar eine andere Sicht und würden gerne leichter auf Nutzerdaten zugreifen. Angeblich, um ihre Produkte auf Nutzer zuschneiden zu können, in Wahrheit dürften eher die Adressen und Daten eher für zielgerichtete Werbe- und Marketingaktionen Verwendung finden.

Unklar ist auch noch, wie genau die Magazine und Zeitungen im Newsstand aussehen werden: Lässt Apple bereits bestehende Medien-Apps für den Newsstand zu oder müssen Newsstand-Ausgaben extra programmiert werden? Am Ende ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Verlage doch bereit sind, sich auf Apples Bedingungen einzulassen. Das Angebot der Amerikaner ist einfach zu attraktiv für Nutzer, um es zu ignorieren. Und es gibt ein deutliches Ungleichgewicht in Sachen Bedürftigkeit. Wenn diverse Magazine oder Zeitungen im Newsstand fehlen, dürfte Apple das nicht weiter jucken. Es gibt ja tausend andere Dinge, die mit iPhone und iPad angestellt werden können: Musik, Filme, E-Books, Spiele, das Web etc. Mit anderen Worten: Die Verlage brauchen Apples Plattform mehr, als Apple die Inhalte der Verlage braucht.

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