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Bauer: Journalistenschule statt Volontariat

Aus für Volontäre: Die Bauer Media Group baut ihre Journalistenausbildung um und bietet keine Volontariate mehr an. Stattdessen startet im Sommer der erste Lehrgang an der hauseigenen Journalistenschule. "Der theoretische Anteil mit den Seminaren wurde ausgebaut und die Verzahnung mit der Praxis ist einzigartig in Deutschland", prophezeit Ausbildungsleiter Sven Vogt im MEEDIA-Gespräch. Zur Bewerbung sagt er, die Fähigkeit einen guten Text zu schreiben, sei wichtiger als formale Abschlüsse.

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Herr Vogt, warum hat Bauer sich entschieden, eine Journalistenschule zu gründen?
Ausbildung und Förderung des Nachwuchses ist eine Investition in die Zukunft und hat eine lange Tradition bei Bauer. Mit der Gründung der Journalistenschule unter dem Dach der Bauer Media Academy setzt Verlegerin Yvonne Bauer diesen Weg konsequent fort. Ziel ist es, die Inhalte der journalistischen Ausbildung zukünftig noch stärker an den Bedürfnissen des Hauses auszurichten. Die Journalistenschule wird – einzigartig in Deutschland – von einem Kuratorium aus fünf erfolgreichen aktiven Praktikern geführt. Die Chefredakteure Viola Wallmüller, Ann Thorer, Uwe Bokelmann, Stefan Westendorp und Michael Heun stehen stellvertretend für die Kompetenz und das Know-how der Blattmacher in der Bauer Media Group und garantieren den Journalistenschülern eine höchstmögliche praktische Nähe.

Werden Journalistenschüler in Ihrem Verlag nach dem Tarifvertrag für Volontäre bezahlt?
Wir haben uns mit der Journalistenschule bewusst für eine Neuausrichtung in der Nachwuchsentwicklung für unser Haus entschieden. Die Inhalte und Angebote während der zweijährigen Ausbildung gehen deutlich über die bisherige Volontariatsausbildung hinaus. Der theoretische Anteil mit den Seminaren wurde ausgebaut und die Verzahnung mit der Praxis ist einzigartig in Deutschland. Wir investieren in den 24 Monaten stark in die Ausbildung der Nachwuchsjournalisten, zudem beträgt die Ausbildungsvergütung 1.000 Euro pro Monat.

Welche Fähigkeiten braucht ein junger Journalist, um einen Platz an der Bauer-Journalistenschule zu bekommen?
Wir suchen talentierte Schüler, die Begeisterung und Leidenschaft zu schreiben mitbringen ebenso wie die Neugier, die richtigen Fragen zu stellen! Dazu gehört auch das Selbstbewusstsein, mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. Hartnäckigkeit, Belastbarkeit, Teamfähigkeit setzen wir voraus.

Was ist Ihnen bei der Bewerbung besonders wichtig?
Die schriftliche Beantwortung der Bewerbungsaufgaben sowie die Arbeitsproben geben den Ausschlag für den richtigen Bewerber. Das Gefühl für Sprache und Dramaturgie eines Textes muss erkennbar sein. Die Fähigkeit einen Text zu schreiben, der die Leser anspricht, ist wichtiger als formale Abschlüsse, Noten oder Zeugnisse.

Worauf kommt es bei den Arbeitsproben an?
Wir möchten das Gefühl haben, dass die Bewerber für die Ausbildung an der Journalistenschule und die Mitarbeit an unseren Heften brennen und sie müssen in der Lage sein, dies auch schriftlich zu vermitteln.

Welche Vorbildung erwarten Sie bei Bewerbern, welche Rolle spielt ein (abgeschlossenes) Studium?
Ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung sind keine Voraussetzungen für die Ausbildung an der Journalistenschule. Wichtiger ist uns, dass die Interessenten bereits journalistische Vorerfahrungen in Form von Praktika oder freier Mitarbeit gesammelt haben, die die Neugier und das Engagement für den zukünftigen Beruf unter Beweis stellen. Eine breite Allgemeinbildung halten wir für selbstverständlich.
Wie wichtig sind Praktika? Welches Medium bringt Neulingen den größten Lerneffekt?
Praktika sind wichtig, damit die Journalistenschüler sich auch selbst ein Bild machen können, ob der Journalismus der richtige Berufszweig für sie ist. Zum anderen lernt man natürlich auch von erfahrenen Journalisten und profitiert von deren Können, was gerade auch bei der Bewältigung der Bewerbungsaufgaben von Vorteil sein kann. Da die Bauer Media Group insbesondere für Print steht, sehen wir in diesem Medium auch den größten Lerneffekt für unsere Bedürfnisse.

Worauf sollten Bewerber bei ihren Fotos achten?
Dass sie authentisch rüberkommen. Der Bewerber soll sich mit dem Foto wohl fühlen. Die Wahl des Fotos sagt auch immer etwas über die einzelnen Bewerber aus. Der Bewerber sollte sich also Gedanken machen, wie er wahrgenommen werden möchte.

Wie stehen die Chancen für Bewerber, die noch nicht in Ihrem Haus gearbeitet haben?
Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn sich Interessenten im Rahmen eines Praktikums bereits über einen längeren Zeitraum persönlich und fachlich in einer Redaktion vorgestellt haben und einen guten Eindruck hinterlassen konnten. Aber wir sind auch für Bewerber ohne diesen Hintergrund offen. Im ersten Jahrgang der Journalistenschule werden wir Schüler mit und ohne Praktikumserfahrung haben. Wir werden Interessenten ohne Abitur, mit Abitur, mit abgeschlossenem Studium und mit abgebrochenem Studium haben.

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