Gerichtserfolg für Bunte gegen Stern

Nach über einem Jahr entschied das Landgericht Hamburg endlich über eine Klage auf Unterlassung der Bunten gegen den Stern. Burdas People-Magazin war im Fall des sogenannten "Buntegates" gegen das Hamburger Magazin vorgegangen. Die G+J-Illustrierte hatte aufgedeckt, dass die Bild- und Presseagentur CMK mit umstrittenen Methoden für die Bunte recherchiert haben soll. Die Münchner wehrten sich allerdings immer gegen den Vorwurf, von den CMK-Machenschaften gewusst zu haben.

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Die Bunte war – laut Pressemitteilung – gegen den Stern vorgegangen, weil in einem Artikel und im Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 09/2010 "durch tendenziöse Formulierungen den Eindruck erweckt" wurde, "Bunte wäre über angebliche unlautere und nicht journalistische Recherchemethoden" der von ihr beauftragten Agentur informiert gewesen.

Im Fokus der Verhandlungen vor dem Landgericht stand allerdings nicht der umstrittene Artikel, sondern vor allem der Text des Inhaltsverzeichnisses. Zudem beanstandeten die Richter nicht die Recherche-Ergebnisse des Sterns.

"Der Tatsachenkern des Artikels und die Recherchen des Stern zu den Spitzelaktionen der CMK sind durch die Gerichtsentscheidung in keiner Weise berührt worden, sondern, im Gegenteil, in einer Beweisaufnahme sogar bestätigt worden", kommentiert eine Stern-Sprecherin gegenüber MEEDIA. "Was die uns von Bunte vorgeworfene Eindruckserweckung betrifft, sind wir nicht der Auffassung, dass dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, auch, wenn das Landgericht Hamburg anders entschieden hat."

Ende Februar des vergangenen Jahres hatte der Stern aufgedeckt, dass CMK Spitzenpolitiker wie Oscar Lafontaine und Franz Müntefering systematisch olbserviert hatten.

In einem ersten Kommentar zeigt sich Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel höchst zufrieden mit dem Ergebnis des Prozesses: "Damit hat ein deutsches Gericht festgestellt, dass der Stern seine Diffamierungen gegenüber Bunte nicht wiederholen darf. Der Stern ist in allen Klagepunkten unterlegen, weil er seine diffamierenden Behauptungen nicht beweisen konnte." Dem nicht genug fügt sie noch an: "Durch den rechtswidrigen Stern-Artikel hat ein Wettbewerber vorsätzlich großen Schaden angerichtet."

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