Verlage setzen vermehrt auf Android-Apps

Neuland Android: Condé Nast, Hearst, Meredith, News Corp. und die Time-Gruppe bieten ab Donnerstag über ihr Konsortium Next Issue Media testweise sieben Zeitschriften für das Galaxy Tab an: als Einzelausgabe oder Monatsabo. Die Verlage spielen die Erwartungen aber vorerst runter. Es handle sich lediglich um einen Testlauf. Aber auch in der deutschen Verlagswelt wächst das Interesse für das Google-Betriebssystem. Damit reagiert sie teilweise auf die veränderten Abobedingungen auf Apple-Geräten.

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Neuland Android: Condé Nast, Hearst, Meredith, News Corp. und die Time-Gruppe bieten ab Donnerstag über ihr Konsortium Next Issue Media testweise sieben Zeitschriften für das Galaxy Tab an: als Einzelausgabe oder Monatsabo. Die Verlage spielen die Erwartungen aber vorerst runter. Es handle sich lediglich um einen Testlauf. Aber auch in der deutschen Verlagswelt wächst das Interesse für das Google-Betriebssystem.
“Hulu der Magazine” wird Next Issue genannt, ein Konglomerat mehrerer US-Verlage. In der ersten Android-Fassung werden Esquire und Popular Mechanics von Hearst, Fitness and Parents von Meredith, der New Yorker von Condé Nast und Fortune und die Time von Time Warner’s Time Inc. angeboten.
Die Preise können die Verlage selbst festlegen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, Printabonnenten die digitale Augabe kostenlos anzubieten. Morgan Guenther, CEO von Next Issue, erklärte, dass künftig noch weitere Möglichkeiten geplant seien, Magazine auf Android zu kaufen.
Die Publikationen sind erst einmal nur für Galaxy-Eigentümer verfügbar, die ein Modell mit Wireless-Service von Verizon gekauft haben. Ab Herbst soll es mehr Zeitschriften für mehrere Geräte geben. Gegen Ende des Jahres will das Konsortium etwa 40 Publikationen auf Android herausbringen, so Morgan.
Auch in der deutschen Verlagsbranche scheint sich Android nach und nach durchzusetzen. Jüngstes Beispiel: die iPad-Offensive der Financial Times Deutschland. Die gibt es fortan als iPad-App, genauer: als ePaper.  Die Einzelausgabe läuft bereits um 22.30 Uhr des Vortages im Appstore ein.
Zeitgleich mit dem Launch der iPad-App startet G+J, zumindest für den deutschen Markt, eine HTML5-App für die Abwicklung der Digital-Abos. Gruner reagiert damit auf die angepassten Bedingungen für Digitalabos seitens Apple. Mit dem Update auf die neueste iOS-Version dürfen In-App-Verkäufe für Verlage nur über den Appstore realisiert werden. Für diese Art von Verkäufen verlangt Apple eine Gebühr von 30 Prozent auf den Verkaufspreis. Verlage dürfen ihre Publikation auch anderswo anbieten, allerdings nicht zu einem günstigeren Preis. Außerdem haben die Verlage seit den Aboänderungen nicht mehr die unbedingte Hoheit über die Kundendaten. Apple stellt es Usern offen, ihre Daten beim Kauf einer Ausgabe oder dem Abschluss eines Monatsabos an den Verlag weiterzuleiten.
Für deutsche Verlage war eine solche Regelung nicht von Vorteil und sorgte international für Furore. Auch wenn erste Studien ergaben, dass überdurchschnittlich viele User ihre Daten an den Verlag weiterreichen, sind es doch Kern-Assets, die ein Medienunternehmen braucht, um zielgruppengenau Werbung zu vermarkten.
Inwiefern Android eine für Verlage relevante Masse an Usern mobilisieren kann, wird sich noch zeigen müssen. Profitieren dürfte vor allem die HTML5-Technologie. Verlage könnten im Idealfall mit einer webbasierten Ausgabe ihrer Publikation sämtliche mobilen Plattformen ohne Mehrkosten bedienen.

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