Medienaktien: Quartalsgewinner Sky und Xing

Die großen Medienunternehmen haben ihren Aktionären Rechenschaft abgelegt, und die Börse hat entschieden - zumeist wohlwollenden. Xing und vor allem der strauchelnde Bezahl-TV-Sender Sky zählen zu den Gewinnern der Berichtssaison. Ebenfalls mehr als im Soll liegen Axel Springer und ProSiebenSat.1 – doch die Resonanz der Aktionäre fiel nicht so euphorisch aus wie in der Vergangenheit. Die Performance zeigt: Im dritten Jahr des Aufschwungs ist es schwerer geworden, positiv zu überraschen.

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Die großen Medienunternehmen haben ihren Aktionären Rechenschaft abgelegt, und die Börse hat entschieden – zumeist wohlwollenden. Xing und vor allem der strauchelnde Bezahl-TV-Sender Sky zählen zu den Gewinnern der Berichtssaison. Ebenfalls mehr als im Soll liegen Axel Springer und ProSiebenSat.1 – doch die Resonanz der Aktionäre fiel nicht so euphorisch aus wie in der Vergangenheit. Die Performance zeigt: Im dritten Jahr des Aufschwungs ist es schwerer geworden, positiv zu überraschen.

Deutschland, ein Frühlingsmärchen: Die schwarz-rot-goldene Konjunktur wächst in diesen Tagen nicht nur – sie treibt Europa an. Nirgends in der Eurozone brummt die Wirtschaft heftiger und nachhaltiger als zwischen Flensburg und der Zugspitze. Reflektiert wird der Aufschwung auch am Arbeitsmarkt, der seinen dritten Frühling erlebt. Nur noch 3 Millionen Menschen sind in der Bundesrepublik ohne Job – eine Million Stellen sind aktuell sogar unbesetzt.



Xing: Nach Zahlen neues Allzeithoch



Kein Wunder also, dass das Online-Berufsnetzwerk Xing, auf dem Arbeitgeber und –nehmer zusammenfinden, boomt wie nie in der Firmengeschichte. Im jüngst zu Ende gegangenen ersten Quartal erwirtschaftete Xing einen Umsatz von 15,7 Millionen Euro, was einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. 



Deutlich überproportional, um 70 Prozent auf 5,6 Millionen Euro, zog das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) an – unterm Strich ist der Konzerngewinn sogar um 114 Prozent auf 2,7 Millionen Euro gestiegen. Das ist das höchste Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte. "Wir sehen noch erhebliche Wachstumschancen für Xing", kommentierte Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck die Geschäftsentwicklung. Anleger teilten offenbar diese Ansicht und schickten die Xing-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen in der Spitze um zehn Prozent nach oben – auf ein neues Allzeithoch bei 52 Euro.



Turnaround-Wette Sky: Kursverdopplung seit Januar



Noch himmelweit von neuen Rekordkursen ist die Sky-Aktie entfernt – doch die Richtung und die Kursaufschläge fielen fast ebenso furios wie bei Xing aus.  Um acht Prozent schoss das Papier gestern nach Bekanntgabe der Quartalszahlen nach oben. Konzernchef Brian Sullivan konnte beachtliche 73.000 Neukunden im ersten Geschäftsquartal akquirieren. 



Trotz des Achtungserfolgs bleibt Sky eine Turnaround-Wette: Der MDax-Konzern schrieb immer noch happige Verluste von 86,9 Millionen Euro bei Umsätzen von 269,6 Millionen Euro. Für die Analysten der Commerzbank und von Kepler Equities bleibt die Aktie trotzdem weiter ein Kauf, obwohl sich das Papier seit Januar mehr als verdoppelt hat.



ProSiebenSat.1: Gute Zahlen, stagnierende Kurse



Ebenfalls auf der Kaufliste einiger Volkswirte steht die Aktie von ProSiebenSat.1. Nach dem starken Gewinnanstieg von 76 Prozent bleibt das Bankhaus Lampe ebenso bei seiner Kaufempfehlung, während die Citigroup das Papier auf "Buy" mit einem Kursziel von 25 Euro hochstuft.  



Genau in die entgegengesetzte Richtung sieht die Credit Suisse das Papier tendieren – die Einschätzung wurde von 25 auf 18 Euro zurückgenommen, was der Kursbewegung der letzten Monate entspricht. Besonders problematisch für den Münchner Medienkonzern: Die eigentlich starken Quartalszahlen wurden vom Markt nicht mit den bisher gewohnten Kursaufschlägen gewürdigt – bei 18 Euro notiert das knapp unter seines gerade aufgestellten 6-Monatstiefs.

Analysten sehen noch viel Potenzial bei der Springer-Aktie 



In einer ähnlichen Trading-Range bewegt sich auch die Axel-Springer-Aktie. Europas größter Zeitungsverlag konnte zwischen Januar und März zwar die erwarteten Rekordzahlen vorlegen, allerdings nimmt die Gewinn- und Umsatzdynamik spürbar ab: Die Erlöse stiegen um elf Prozent auf 736,7 Millionen Euro, der operative Gewinn (EBITDA) um 6,5 Prozent auf knapp 127 Millionen Euro, während der Konzerngewinn mit 63 Millionen Euro sogar stagnierte. 



Das tut dann auch die Aktie. Zwar zog die Springer-Aktie zunächst  nach Bekanntgabe der Ergebnisse um drei Prozent an, gab den Großteil der Gewinne jedoch wieder ab. Bei aktuell 110 Euro notiert das Papier, ganze fünf Prozent über dem Jahrestief und doch schon zehn Prozent unter dem Startniveau des Jahres. Die Analysten bleiben dennoch optimistisch: Das Bankhaus Lampe sieht ein Kurspotenzial bei 137 Euro, die Berenberg Bank sogar bei 150 Euro. Das wäre noch viel Luft nach oben.

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