Werbemarkt erholt sich im April leicht

Durchatmen bei den deutschen Medien: Die Brutto-Werbeumsätze lagen im April nach dem März-Minus wieder über dem Vorjahr. Nielsen Media Research meldet für die ausgewerteten Medien ein Plus von 5,4%, auf das Gesamtjahr umgerechnet eins von 4,8%. An den starken Jahresauftakt kam der April aber nicht heran: Im Januar und Februar gab es noch ein Wachstum von 9,6% bzw. 8,9%. Und: Profitieren konnten im April vor allem Zeitungen, Fernsehen und Plakatwerbung, die anderen Segmente verloren weiter an Boden.

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Die Zeitungen, die nach Ablauf des März noch bei einem Minus von 2,7% gegenüber 2010 lagen, verbesserten sich durch den ordentlichen April auf einen Rückgang von 1,3%, verzeichnen damit aber im Gegensatz zu allen anderen Segmenten weiter rückläufige Werbeumsätze. Das Fernsehen verbesserte sich von plus 0,9% auf plus 1,9%. Mit 3,39 Mrd. Euro in vier Monaten bleibt das Fernsehen natürlich auch klar die Nummer 1 der von Nielsen ausgewerteten Werbemedien. Die Plakatreklame verbesserte sich im April aufs Jahr umgerechnet von plus 10,4% auf plus 18,2%, bleibt mit 320,6 Mio. Euro Umsatz aber deutlich hinter den großen Werbemedien Fernsehen, Zeitungen und Publikumszeitschriften.

Die Publikumszeitschriften profitierten allerdings nicht wirklich von den April-Zahlen. Lagen sie nach Ablauf des März noch bei einem Plus von 6,6% gegenüber 2010, liegt dieses Wachstum nach Ende des April nun nur noch 4,9%. Ähnlich sehen die Entwicklungen in Radio, Kino und Internet aus – auch hier konnten die positiven Zuwächse im April nicht ganz bestätigt werden. Das Internet bleibt mit einem Plus von 30,1% prozentual gesehen aber der größte Wachstumsmotor des Werbemarktes.

(Tabelle: Nielsen Media Research)

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Freispots, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Medienbranchen und des Werbedrucks sind sie dennoch.

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