„Aus Fehlern haben wir am besten gelernt“

RTL-Chefin Anke Schäferkordt sieht ihren Sender auf dem Höhepunkt. Auf die Frage, ob sich RTL noch steigern könne, sagte die 48-jährige Managerin der Zeit: "Nein, wahrscheinlich nicht. Wir liegen bei einem Marktanteil von über 19 Prozent, es gibt kaum einen Sendeplatz, wo wir nicht Marktführer sind." Schäferkordt begründete dies mit der kommenden digitalen TV-Angebotsvielfalt. Zudem spricht die 48-Jährige über Programm-Baustellen, Dschungelcamp und ihre Meinung zu "Freddy, dem Fickfrosch".

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Die RTL-Chefin begründet ihre Prognose in der morgen erscheinenden Ausgabe der Zeit mit der Digitalisierung, die die Programmvielfalt geradezu unendlich steigern werde. "Schauen Sie sich die US-Quoten an: Wenn ein Network in der Primetime elf Prozent erreicht, ist das schon ein Erfolg. Wenn wir ein neues Format mit 16 Prozent Marktanteil starten, heißt es in der Presse: Riesenflop. Angesichts unseres derzeitigen Erfolgs sind wir in einer Verteidigungshaltung." Sie stellte in Aussicht, dass RTL Baustellen im Programm bekomme. "Darin waren wir immer am besten: aus Fehlern zu lernen. Das wird alles wiederkommen, da mache ich mir überhaupt keine Illusionen", sagte sie.
Dennoch sieht Schäferkordt RTL ganz vorne, wenn es darum geht, zu erkennen, was sich die Zuschauer wünschen. "Wir interessieren uns für unsere Zuschauer und nehmen sie ernst. Mit ihrem Informationsinteresse genauso wie mit ihrem Wunsch, mal loslassen zu wollen vom Alltag, sich mal nur gut unterhalten zu fühlen, Spaß haben zu wollen." Ein gutes Indiz dafür habe man nach dem Atom-GAU erleben können: "N-tv hatte den erfolgreichsten Monat seiner Geschichte und den Marktanteil verdoppelt." Damit gehe aber Hand in Hand, dass der Zuschauer auch loslassen wolle, mit einer Show oder mit einer eher leichten Serie.
Von der Zeit über die Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" befragt, die mit einer neuen Kunstfigur, "Freddy, dem Fickfrosch", auftrumpfte, sagte Schäferkordt, Kandidaten müssten mittlerweile wissen, worauf sie sich einlassen. Der Kandidat komme "in die achte Staffel, die Wahrscheinlichkeit, dass er weiß, was ihn erwartet, ist sehr groß". Dennoch gebe es bestimmte Sachen, "die nicht mein persönlicher Geschmack sind, die aber auch nicht nur für mich produziert werden", erklärte Schäferkordt.
Beim "Dschungelcamp" hingegen habe sie sich "köstlich amüsiert". Das Format sei nicht dafür gemacht, sich über Menschen lustig zu machen, und unterhalte trotzdem. "Wir nehmen alle ernst, die in den Dschungel gehen, auch wenn wir den einen oder anderen Witz über die Kandidaten machen! Vor allem nehmen wir uns selbst mal richtig auf die Schippe", sagte Schäferkordt. Trotz des großen Zuschauererfolgs sei es jedoch nicht das richtige Konzept, um viel Geld zu verdienen. "Das Format ist relativ teuer und der Januar nicht der werbeintensivste Monat. Wirtschaftlich ist es kein großer Erfolg."

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