Apple verbessert Konditionen für iPad-Abos

Lange stand Apple wegen seiner Geschäftsbedingungen für Medienangebote auf dem iPad in der Kritik. Der Konzern wollte den Anbietern Zugriff auf Kundendaten verwehren und schränkte sie in ihrer Preisgestaltung ein. Doch die US-Verlage Condé Nast und Hearst haben nun Sonderkonditionen im Appstore ausgehandelt, die ihnen mehr Rechte zugestehen, berichtet die New York Post. Gut möglich, dass jetzt auch deutsche Medienangebote Chancen auf lockerere Regeln bekommen.

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Condé Nast und Hearst dürfen ihre Abos ab sofort günstiger anbieten, als es die Regeln bisher vorsahen. Die Wochenzeitschrift The New Yorker kostet beispielsweise nur noch 5,99 Dollar pro Monat, während es zuvor 4,99 Dollar pro Ausgabe waren. Für ein Jahres-Abo werden 19,99 Dollar fällig. Auf diese Weise wollen die Verlage mehr Abonnenten für ihre Titel auf dem iPad gewinnen. Auch für die Magazine Wired, Golf Digest, Glamour, Vanity Fair, Self, Allure und GQ, die bisher nur als Einzelausgaben gekauft werden können, sei ein Abo-Modell in Planung, berichtet die New York Post. Wer die Printausgaben abonniert hat, bekommt die Digitalversionen sogar kostenlos.
Außerdem handelte Condé Nast eine zweite Gelegenheit zur Abfrage von Nutzerdaten mit Apple aus. Während die Leser bisher nur einmal nach ihrem Einverständnis gefragt wurden, ob ihre Daten an den für die App verantwortlichen Verlag weitergeleitet werden dürfen, geschieht dies nun ein zweites Mal, wenn der User zusätzliche Inhalte abruft.
Die Verlage hatten lange Zeit gegen Apples Abo-Pläne rebelliert, weil der Technologiekonzern 30 Prozent von jedem Verkauf einbehält und keine Informationen über die Nutzerdaten preisgeben wollte. Ein teilweises Zugeständnis an die Verlage machte Apple mit seiner Änderung der Geschäftsbedingungen im Februar dieses Jahres. Darin hieß es an die Kunden gerichtet: "Wir holen gegebenenfalls Ihr Einverständnis ein, um den in Ihrem Konto angeführten Namen, die entsprechende Emailadresse und Postleitzahl dem Veröffentlicher zur Verfügung zu stellen, damit Ihnen dieser in Übereinstimmung mit seiner Datenschutzrichtlinie Werbung zu seinen eigenen Produkten zusenden kann." Allerdings kann der User selbst entscheiden, ob er seine Daten weitergeben will.
Nachdem Apple seine Geschäftsbedingungen in den USA gegenüber Condé Nast und Hearst gelockert hat, ist gut vorstellbar, dass deutsche Anbieter von Medien-Apps eine verbesserte Ausgangsposition für Verhandlungen mit dem Technologiekonzern haben werden. Denn auch hierzulande starten immer mehr Verlage iPad-Apps und -Abos unter Apples Preisdiktat.

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