VZ-Netzwerke verlieren über 200 Mio. Visits

Monat für Monat analysiert MEEDIA die Zahlen der Online-IVW und vergleicht sie mit dem jeweiligen Vormonat. Doch auch ein Blick auf längerfristige Trends lohnt sich immer wieder. Wir haben daher die Visits aus dem April 2011 mit denen aus dem April 2010 verglichen und präsentieren nun die größten Verlierer und die größten Gewinner dieser 12 Monate. Ergebnis: Die drei VZ-Netzwerke sind mit einem Minus von 213,8 Mio. Visits der klare Absteiger, Bild.de konnte mit plus 20,3 Mio. Besuchen am meisten zulegen.

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Wir haben unseren Vergleich jeweils zweigeteilt. Sprich: Wir zeigen die zehn größten Verlierer und Gewinner nach absoluten Visits, sowie nach der prozentualen Veränderung. In die Wertung kamen – gerade im Hinblick auf die Liste der prozentualen Gewinner und Verlierer – nur Websites, die im April 2011 über mehr als 500.000 Visits verfügten. So verdrängen Mini-Websites, die sich beispielsweise von 1.000 auf 5.000 Visits um hunderte Prozent verbesserten, die größeren, wichtigeren Angebote nicht aus der Liste.

Beginnen wir bei den Gewinnern. Die meisten zusätzlichen Visits hat in den vergangenen 12 Monaten Bild.de eingesammelt. Von 137,5 Mio. auf 157,8 Mio. Besuche ging es nach oben – niemand kam auch nur annähernd an dieses Plus von 20,3 Mio. heran. Neben Bild.de finden sich in der Top Ten auch noch Spiegel Online, n-tv.de und sueddeutsche.de – Nachrichten-Inhalte können also weiterhin zu einem großen Traffic-Wachstum führen. Zwischen Bild und Spiegel schoben sich allerdings noch die Ratgeber-Plattform gutefrage.net und das vertikale Netzwerk qmnetwork.de, die sich jeweils um mehr als 14 Mio. Visits verbesserten.

Prozentual gesehen hat der größte Aufsteiger einen ganz anderen Namen. Hier führt Dumontreise.de die Rankings an. Gab es dort im April 2010 noch weniger als 11.000 Visits, sind es nun 2,15 Mio. – ein Plus von sage und schreibe 19553,7%. Der Hauptgrund für das Wachstum dürfte allerdings nicht die Dumontreise.de-Website selbst sein, sondern die große Zahl von Partner-Websites, die im Laufe der Monate hinzu kamen und von der IVW gemeinsam mit Dumontreise.de gezählt werden. Auch bei qmnetwork.de dürfte die wachsende Zahl von Partnerwebsites der Grund für das Wachstum sein. Größter echter Gewinner könnte daher das Duo Flugrevue & aero.de sein, das im Wertungszeitraum 340,8% zulegte. Von den größeren Angeboten mit mehr als 10 Mio. Visits findet sich noch die Musikvideoplattform tape.tv in der Liste:

Bei den Verlierern führen die VZ-Netzwerke ganz klar das Ranking nach absoluten Zahlen an. Unglaubliche 213,8 Mio. Visits weniger als vor einem Jahr verzeichneten StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ im April. Und auch anderen sozialen Netzwerken liefen die Besucher davon: wer-kennt-wen.de belegt mit einem Minus von 51,3 Mio. Platz 3, MySpace und die Lokalisten folgen auf den Rängen 4 und 5, Kwick! auf der 7 und StayFriends auf 10. Der Grund für diese dramatischen Rückgänge heißt natürlich Facebook. Der Community-Gigant frisst die Konkurrenz auch in Deutschland auf und läge selbstverständlich auch in den IVW-Rankings auf Platz 1 der Aufsteiger, wenn er seine Klicks hier messen lassen würde. Ebenfalls deutlich nach unten gerasselt sind MSN, MyVideo, AOL und das T-Online-Konglomerat, bei dem die 8 Mio. verlorenen Visits aber nur einem Minus von 2% entsprechen.

Auch prozentual gesehen findet sich ein soziales Netzwerk auf dem Kellerplatz Nummer 1: MySpace verlor in den 12 Monaten katastrophale 75,2% der Visits. Um 67,9% ging es für wiealt nach unten: Seit dem IVW-Eintritt im März 2010 verliert die Plattform Stück für Stück an Zuspruch. Hinter den Lokalisten folgt das aktuelle TV-Sorgenkind Nummer 1: Im Fernsehen steckt RTL II in der Marktanteilskrise, im Internet gingen heftige 62,0% der Visits verloren. Der Start der neuen "Big Brother"-Staffel dürfte die Bilanz hier in den kommenden Monaten aber wieder etwas verbessern.

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