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LinkedIn: Fast zehnmal so teuer wie Xing

Es ist so weit: Nach Monaten des Wartens, welches boomende Internet-Unternehmen in diesem Jahr den Gang an die Kapitalmärkte wagen würde, macht das Online-Business-Netzwerk LinkedIn nun ernst und hat die Rahmendaten seinen kommenden Börsenganges bekannt gegeben. Bis zu 3,3 Milliarden Dollar könnte der amerikanische Xing-Konkurrent bald wert sein – und damit fast das Zehnfache der Hamburger Herausforderer. Angesichts der Umsatzverhältnisse erscheint das höchst ambitioniert. Geld verdient LinkedIn immer noch nicht.

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Es ist so weit: Nach Monaten des Wartens, welches boomende Internet-Unternehmen in diesem Jahr den Gang an die Kapitalmärkte wagen würde, macht das Online-Business-Netzwerk LinkedIn nun ernst und hat die Rahmendaten seinen kommenden Börsenganges bekannt gegeben. Bis zu 3,3 Milliarden  Dollar könnte der amerikanische Xing-Konkurrent bald wert sein – und damit fast das Zehnfache der Hamburger Herausforderer. Angesichts der Umsatzverhältnisse erscheint das höchst ambitioniert. Geld verdient LinkedIn immer noch nicht. 

Schlag auf Schlag scheint es nun zu gehen: Eine Woche, nachdem das chinesische Social Network RenRen furios an der Wall Street debütierte, bereitet nun auch ein anderer aufstrebender Internet-Star seinen Börsengang vor. Das Online-Business-Netzwerk LinkedIn hat gestern in New York die Rahmendaten seiner kommenden Emission bekannt gegeben.
Und die haben es in sich: Wenn die 94,5 Millionen Aktien am oberen Ende der Bookbuildingspanne von 35 Dollar je Anteilsschein zugeteilt werden, wird das weltgrößte Online-Netzwerk an Wall Street schon mit stolzen 3,3 Milliarden Dollar bewertet.  271 Millionen Dollar soll der Börsengang allein in die Kassen von LinkedIn spülen.

Xing kann fast halb so große Umsätze aufweisen

Das wäre an Kapitalzuflüssen fast so viel die aktuelle Marktkapitalisierung des Hamburger Konkurrenten Xing, der aktuell in Frankfurt bei 46 Euro mit 247 Millionen Euro taxiert wird.

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Bemerkenswert sind die Größenunterschiede vor allem in diesen Dimensionen: LinkedIn setzte in den ersten neuen Monaten 161 Millionen Dollar um, Xing im gleichen Zeitraum aber auch bereits 40 Million Euro, die beim aktuellen Euro-Dollar-Wechselkursverhältnis knapp  58 Millionen Dollar entsprechen. In anderen Worten: Anleger sollen für den rund doppelten Umsatz den fast zehnfachen Preis bezahlen? LinkedIns Erlöse wären also fünfmal teuerer bezahlt als die von Xing.

LinkedIn weiter ohne Gewinne

Angesichts der Gewinnentwicklung erscheint das Missverhältnis noch eklatanter: 2010 erzielte Xing ein Ebita von 16 Millionen Euro, von denen unterm Strich immer noch mehr als 7 Millionen Euro netto hängen blieben. LinkedIn hingegeben verdient – nichts. Der amerikanische Platzhirsch hat nicht Gewinne im laufenden Geschäftsjahr vorgesehen. 
Die Bewertungen an der Börse dürften entsprechend ähnlich weit auseinander liegen   wie das Silicon Valley von Hamburg entfernt ist. Irgendwas passt nicht zusammen. Bleibt die Frage, was. Entweder ist Xing zu billig – oder LinkedIn. Aber an der Börse wird oft ohnehin anders gerechnet als man gemeinhin denkt. "2 +2 ist an der Börse niemals 4", wusste Anlage-Legende André Kostolany einst zu berichten: "sondern 5 minus 1."

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