„Investigate!“ zahlt 25.000 € für Recherche

Im Rahmen des CNN Journalist Award 2011, der heute Abend vergeben wird, hat der Sender in Kooperation mit Medienschaffenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen gemeinnützigen Verein gegründet. Unter dem Titel “Investigate!” will man Rechercheprojekte mit internationalem Anspruch unterstützen. Den Vorsitz haben Klaus Liedtke, langjähriger G+J-Chefredakteur (stern, National Geographic), und Dominik Wichmann (SZ Magazin und designierter stern-Vize).

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Der CNN Journalist Award ist der Nachwuchspreis für Auslandsjournalismus von CNN International und prämiert jährlich herausragende Print-, Radio-, TV- und Online-Beiträge von Nachwuchsjournalisten. Neben Preisträgern in den einzelnen Kategorien wird heute Abend ein Gesamtgewinner geehrt, der CNN Journalist of the Year. Teilnehmen können Journalisten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ihrer Beiträge nicht älter als 34 Jahre waren. Bereits 1995 hat CNN den CNN African Journalist Award ausgerufen. Heute wird der „CNN Journalist Award“ außerdem in Brasilien sowie im deutschsprachigen Raum Europas verliehen.

Den diesjährigen Preisträgern und Nominierten wird es außerdem freigestellt, sich mit neuen Recherchenvorschlägen um ein Stipendium des gemeinnützigen Vereins “Investigate!” zu bewerben. Das Projekt gilt als Testlauf und soll im zweiten Jahr allen Jungjournalisten aus dem deutschsprachigen Raum – genauer: Deutschland, Österreich und der Schweiz – zugänglich gemacht werden.

Als Sponsor stellt Audi im ersten Jahr 25.000 zur Verfügung. “Die Vergabe der Summe ist an keinerlei Bedingungen geknüpft. Das Unternehmen übernimmt hier eine Pionierrolle”, erklärt Klaus Liedtke auf Anfrage von MEEDIA.
Eine Webseite als Anlaufstelle für Interessierte sei in Planung, so Liedtke. Künftig soll eine Jury aus renommierten Journalisten und Medienschaffenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die eingehenden Bewerbungen überprüfen.

“Gleichzeitig wollen wir unser Netzwerk nutzen, um den fertigen Reportagen eine gute Plattform zu bieten und sie gut in den Medien unterzubringen”, erklärt Liedtke weiter. Eventuell soll das Team aus Medienschaffenden hinter “Investigate!” auch als Mentoren für die einzelnen Projekte in Erscheinungen treten. Die eingereichten Recherchepläne müssten von “grenzüberschreitendem Charakter” sein. Die Recherchen sollen nicht nur der Aufklärung eines Sachverhalts dienen. Vielmehr soll die Gesellschaft davon auch einen Nutzen haben.

Der Verein "Investigate!" versteht sich als Gegenentwurf zum notorischen Sparzwang in deutschen Verlagshäusern. Allerdings will man mit dem Recherchestipendium Redaktionen keine Alimente zukommen lassen, sondern vor allem Freischaffende unterstützen. “Wenn festangstellte Redakteure sich bewerben möchten, müssen Sie sich für die Dauer der Recherche beurlauben lassen”, so Liedtke.

Auch wenn die Finanzierung des Stipendiums in diesem Jahr gesichert ist, sucht man schon nach Sponsoren für die kommenden Jahre. “Wir sind sehr froh über Audi als Sponsor. Als Sponsoren seien aber auch eine Stiftung oder ein Mäzen denkbar”, so Liedtke.

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