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P7S1: Jahrestiefs zu Rekordzahlen

Etwas passt da nicht zusammen: ProSiebenSat.1 vermeldet Rekordzahlen für das abgelaufene Quartal, doch die Aktienmärkte bleiben bei ihrem Liebesentzug. Erneut wurde die Aktie des Münchner MDax-Konzerns abverkauft und beendete den Handelstag auf dem tiefsten Stand seit mehr als sechs Monaten – und das, obwohl ProSiebenSat.1 seinen Gewinn um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern konnte! Was läuft schief zwischen Traumfabrik aus Unterföhring und den Börsianern aus Frankfurt?

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Etwas passt da nicht zusammen: ProSiebenSat.1 vermeldet Rekordzahlen für das abgelaufene Quartal, doch die Aktienmärkte bleiben bei ihrem Liebesentzug. Erneut wurde die Aktie des Münchner MDax-Konzerns abverkauft und beendete den Handelstag auf dem tiefsten Stand seit mehr als sechs Monaten – und das, obwohl ProSiebenSat.1 seinen Gewinn um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern konnte. Was läuft schief zwischen Traumfabrik aus Unterföhring und den Börsianern aus Frankfurt?

Traumergebnisse, Traumkurse? Im Gegenteil: Der Alptraum der Aktionäre von ProSiebenSat.1 scheint nicht zu enden. Um 23 Prozent liegt die Aktie des MDax-Konzerns 2011 schon hinten – und das in einem Jahr, in der Dax schon sieben und der Vergleichsindex  MDax immerhin noch vier Prozent vorne liegt.  Sogar über den Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga wurde vor kurzem schon spekuliert. Der wird jedoch mit jedem Rückschlag an den Kapitalmärkten immer unwahrscheinlicher.

Dabei berechtigten die jüngsten Konzernergebnisse der Traumfabrik aus Unterföhring durchaus zu den schönsten Börsenfantasien. "Dank der guten Wachstumsdynamik in vielen Geschäftsbereichen hat die ProSiebenSat.1 Group ihre Gewinne im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gesteigert", konnte Konzernchef Thomas Ebeling gestern das Zahlenwerk selbstbewusst kommentieren.

Zurecht: Das Netto-Ergebnis konnte im ersten Quartal mit 38,3 Millionen Euro um beachtliche 76 Prozent gesteigert werden. Mit dem Verkauf der Tochtergesellschaften in den Niederlanden und Belgien konnte der MDax-Konzern zudem seine Schulden deutlich senken.

Geschäftsentwicklung eingepreist, viel Kursgewinne zu verlieren

Warum also der anhaltende Ausverkauf an den Aktienmärkten? Zum einen, weil die Börse einen Gutteil der Geschäftsentwicklung bereits eingepreist hat. Vor einem Jahr notierte die ProSiebenSat.1-Aktie noch bei gut 12 Euro, gestern waren es zu Handelsstart noch rund 18 Euro. Das ist immerhin auch noch ein Plus von rund 50 Prozent. 

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Vor allem aber der Vergleich zum Kursniveau von vor zwei Jahren ist weiter bemerkenswert: ProSiebenSat.1 notierte im Frühjahr 2009 sogar kurzfristig  Pennystock-Bereich. In anderen Worten: Bei Kurszuwächsen von immer noch fast 1700 Prozent in gerade mal rund zwei Jahren haben Aktionäre viel zu verlieren. Entsprechend ist das Jahr 2011 bislang von Gewinnmitnahmen geprägt.

Top-Bildung nach Teil-Verkäufen von KKR und Permira

Die Aktien-Verkäufe der Eigentümer KKR und Permira haben zudem auch nicht gerade zur Kurspflege beigetragen. Mit ihren Teil-Exit im Januar haben die Private Equity-Investoren dabei allerdings sogar so exzellentes Markttimung bewiesen, dass sich mancher Kleinanleger fragen dürfte, warum er nicht den "Sell"-Button gedrückt hat, als die großen Player selbst ihre Verkäufe ankündigten? Das war am 13. Januar der Fall, als ProSiebenSat.1 noch bei knapp 25 Euro notierte.

In der Rückschau konnte die Verkaufsankündigung nun in der Deutung von Chartanalytikern als Top-Bildung betrachtet werden. Bei aktuell 17,60 Euro hat sich die P7S1-Aktie nun schon fast 30 Prozent vom 4-Jahreshoch vom Januar.

Analysten verteidigen die Aktie unterdessen noch: Das Bankhaus Lampe bleibt bei seiner Laufempfehlung mit einem Kursziel von 22 Euro, die Schweizer Großbank UBS ist weiter „neutral“ gegenüber dem Papier mit einer Zielmarke von 20 Euro eingestellt. Das wäre aber immer noch weniger als Jahresbeginn.  So viel scheint zumindest fest zu stehen: In die gigantischen Erfolgsjahre 2009 und 2010 dürfte sich 2011 für ProSiebenSat.1 eher nicht einreihen – an der Börse.

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