Navy Seals: Osamas unerbittliche Kopfjäger

Zehn Jahre hat die Jagd gedauert: US-Spezialkräfte haben Osama Bin Laden in Pakistan getötet, wie US-Präsident Obama in einer Rede an die Nation erklärte. Bis dato war Bin Laden "Terrorist Nummer eins". Die US-Regierung gab zunächst nicht bekannt, welche Spezialkräfte den Einsatz erledigten. Der US-Sender ABC berichtete allerdings, es habe sich um rund 25 Soldaten der Spezialeinheit Navy Seals gehandelt. Sie gelten als eine der besten und härtesten Sondereinsatztruppen der Welt.

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Nach Angaben aus US-Regierungskreisen sei eine "kleine Einheit" in der Nacht zum Sonntag mit zwei Hubschraubern auf einem abgeschirmten Anwesen in Abbottabad gelandet, nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Kommandoaktion hätte rund 40 Minuten gedauert. Bin Laden sei am Ende durch einen Kopfschuss gestorben, berichtet CNN. Kurze Zeit später veröffentlichten pakistanische Medien ein Bild der Leiche. Sein Kopf ist fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Für Gewissheit sorgte ein DNS-Test.
Bin Laden war gut geschützt
Lange Zeit war vermutet worden, dass sich der Al-Qaida-Führer in einer Höhle im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt hält. Erst vor eine Woche war klar, dass sich Bin Laden in Pakistan aufhält. Auf die Schliche sei man ihm durch einen Boten gekommen, den man schon seit einiger Zeit beschatten ließ. Er residierte gut geschützt in einem dreistöckigen Gebäude hinter hohen Mauern und Stacheldraht.
Für die Planung einer Militäraktion eigentlich ein Worst-Case-Szenario. Doch anders als bei früheren Schlägen gegen Terroristen und Staatsfeinde wollte man diesmal offenbar keine "chirurgische Militäroperation" via ferngelenkter Bombe oder einem Drohnenangriff starten. In diesen Fällen hätte trotz totaler Zerstörung der Anlage das Risiko bestanden, dass Osama sich hätte retten können. Also setzte man auf eine Luftlandeaktion, bei der auch die Leiche des meistgesuchten Terroristen geborgen werden sollte. Bei der Kommandoaktion der Navy Seals, einer Spezialeinheit der US Navy, wurden neben Bin Laden drei weitere Männer und eine Frau getötet. Bei den Männern habe es sich offenbar um einen Sohn Bin Ladens sowie zwei Boten gehandelt.
Auch wenn die Seals der US Navy unterstehen, sind sie doch zu Wasser, zu Lande und in der Luft im Einsatz. "Das war ein besonders gefährlicher Einsatz", zitieren Nachrichtenagenturen einen ranghohen US-Vertreter.
Zu Wasser, zu Lande und in der Luft
Schon 2008 waren Seals in Süd-Waziristan erfolgreich gegen mögliche Al-Qaida-Kämpfer im Einsatz. 2009 befreite ein Seal-Team den von vier somalischen Piraten gefangen gehaltenen Kapitän Richard Phillips des Containerschiffs Mærsk Alabama und tötete dabei drei der vier Piraten. Ihr Aufgabenspektrum umfasst Aufklärung, direkte Kampfeinsätze, Terrorismusbekämpfung sowie die Unterstützung anderer US-Behörden. Kurzum: Sie gelten als "Schweizer Messer der US-Streitkräfte". Mit der Aufspürung und Tötung des meistgesuchten Mannes der Welt ist das Sonderkommando seinem Ruf nun einmal gerecht geworden.
Bei der heiklen Mission sei einer der beiden Helikopter wegen einer "mechanischen Panne" ausgefallen und deshalb zerstört worden, hieß es weiter. Beim Rückzug habe die gesamte Einheit mit dem verbleibenden Hubschrauber ausgeflogen werden müssen – mitsamt der Leiche Bin Ladens.
Rund 2.500 Seals sind weltweit im Einsatz. Mit zwei Hauptquartieren in den USA sowie vielen kleinen weltweit stationierten Führungszellen, die einen schnellen Einsatz der Seals ermöglichen sollen. Die Grundausbildung des Sonderkommandos dauert mehrere Monate und gilt als einer der härtesten militärischen Drills weltweit. Die Durchfallquote soll bei rund 80 Prozent liegen.

Auch Hollywood hat sich dem Thema schon genähert: Der Blockbuster "Die Akte Jane" probierte das auf recht weibliche Art. Demi Moore versuchte sich als weiblicher Lieutenant der US Navy zu beweisen und die knallharte Seal-Ausbildung als erste Frau zu absolvieren. Für ihre Anstrengungen erntete Moore 2007 eine Goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin. Und selbst Hollywoods Lieblingsekel Charlie Sheen durfte schon mal einen Seal spielen. In “Navy Seals – Die härteste Elitetruppe der Welt”.

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