ARD und ZDF planen Onlinevideothek

RTL und ProSiebenSat.1 sind gerade erst mit dem Plan einer gemeinsamen Onlinevideothek gescheitert, jetzt wollen ARD und ZDF "großes Geld im Video-on-Demand-Bereich verdienen". Das sagte ZDF-Intendant Markus Schächter der Financial Times Deutschland. Unter dem Arbeitstitel "Germany's Gold" entwickeln die Sender derzeit eine groß angelegte kommerzielle Plattform. Gegen Gebühr oder begleitet von Werbung sollen Nutzer dort "Qualitätsinhalte aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte" abrufen können.

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Die kommerziellen Töchter der Sendeanstalten, ZDF Enterprises und die WDR Mediagroup, sollen die Onlinevideothek betreiben. Nur sie dürfen laut Rundfunkstaatsvertrag privatwirtschaftlich auf dem Markt agieren. An dem Projekt, das 2012 starten soll, sind laut Ftd.de auch der Rechtehändler Telepool, die Produktionsunternehmen Bavaria und Studio Hamburg sowie der Filmhändler Jan Mojto beteiligt. Zudem stehe die Plattform für weitere Interessenten offen – etwa für die Privatsender.
ZDF-Intendant Schächter kommentierte: "Ich habe selten eine solche Euphorie erlebt wie bei den Beteiligten dieses Projekts." Die Kosten dafür lägen im siebenstelligen Bereich. Bereits seit September 2010 werkelt das ZDF gemeinsam mit der Produzentenallianz an einem Video-on-Demand-Portal. Diesbezüglich würden "die Rahmenbedingungen für den Aufbau und Betrieb einer gemeinsamen Plattform für die kommerzielle Abruf-Verwertung von Auftragsproduktionen geprüft", hieß es damals.
"Germany’s Gold" könnte eine Erweiterung zu den ZDF- und ARD-Mediatheken werden. Zugleich tritt es in Konkurrenz zu Plattformen wie Maxdome oder Videoload. Da die öffentlich-rechtlichen Sender jedoch schon gebührenfinanziert sind, ist fraglich, wie sie begründen wollen, ihre Zuschauer erneut zur Kasse zu bitten. Das könnte die Kartellwächter auf den Plan rufen.
Erst kürzlich scheiterten RTL und ProSiebenSat.1 mit dem Aufbau einer kommerziellen Webvideothek, da das Kartellamt das Vorhaben untersagte. Es kritisierte, dass ein wettbewerbsloses Duopol im TV-Markt entstehe. Das Projekt sollte sich sowohl an private wie auch öffentlich-rechtliche Sender richten, und die Filme darin sollten sieben Tage lang kostenlos verfügbar sein. RTL und ProSiebenSat.1 kündigten an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

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