14,5 Millionen Deutsche spielen online

Der Spielplatz Internet boomt: Nach einer aktuellen Befragung nutzte in 2010 nahezu jeder vierte Deutsche über 10 Jahre das Internet zum Spielen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Online-Gamer um 17 Prozent auf 14,5 Millionen, berichtet der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Der Umsatz mit Internet-Spielen in Deutschland belief sich auf insgesamt 268 Millionen Euro. Das entspricht einer Zuwachsrate von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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11,3 Millionen Nutzer spielen Browser-Games, die damit die beliebteste Variante darstellen. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Aufbaustrategiespiele wie "Die Siedler Online" und "Farmarama" sowie Facebook-Spiele wie "Farmville", "Cityville" oder "Mafia Wars". Der Browser-Gamer ist im Durchschnitt 36 Jahre alt. Knapp zwei Drittel der Spieler sind älter als 30 Jahre.
Dagegen geben 5,6 Millionen Menschen an, Online-Games zu nutzen, die sie zuvor auf ihrem PC installieren müssen. Dazu zählen Rollenspiel-Klassiker wie "World of Warcraft" oder "Guild Wars" ebenso wie Mehrspieler-Modi von Games wie "Counterstrike" oder "Call of Duty". Der Online-Gamer ist im Durchschnitt 34 Jahre alt. Anders als Browser-Games, die bei Frauen wie Männern gleichermaßen beliebt sind, dominieren bei den Online-Games die männlichen Spieler mit 58 Prozent.
"Internet-Spiele zählen zu den Gaming-Trends der Stunde", kommentiert der Geschäftsführer des BIU, Olaf Wolters, die wachsenden Nutzerzahlen von Angeboten im Internet. "Befeuert durch den Trend, in sozialen Netzwerken wie Facebook zu spielen, gewinnen vor allem Browser-Games aktuell stark an Popularität. Dabei spielen deutsche Anbieter ganz vorne mit." Das Internet-Fieber habe aber auch die klassischen PC- und Konsolenspiele längst erreicht. "Es gibt praktisch kaum noch ein Spiel, das nicht mit einer Online-Funktion ausgestattet ist", führt Wolters weiter aus.
Dieser Entwicklung muss auch die Leipziger Messe Games Convention Online Rechnung tragen. Nach zwei Veranstaltungen in 2009 und 2010 fällt der Fachkongress in diesem Jahr aus mangelndem Ausstellerinteresse aus. Die Online-Spiele-Entwickler wollen sich auf der großen Kölner Besuchermesse gamescom präsentieren. Von den Zahlen brauchen sie sich nicht mehr hinter den Konkurrenten auf dem klassischen Box-Markt zu verstecken.
Das meiste Geld verdienten Entwickler von Online-Spielen über Abos und Premium-Accounts. Die Ausgaben dafür lagen in 2010 bei 194 Millionen Euro – ein Viertel mehr als im Vorjahr. Dabei machen die Gebühren für Online-Games in 2010 mit 167 Millionen Euro den Großteil der Ausgaben aus.
In 2010 verdreifachte sich die Zahl der Menschen, die sich über virtuelle Zusatzinhalte Spielvorteile sicherten, auf 3,2 Millionen. Der Umsatz konnte um 38 Prozent auf 73 Millionen Euro gesteigert werden (53 Millionen Euro in 2009). Gleichzeitig reduzierten sich die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben pro Spieler von 48 auf 23 Euro.
Der Gesamt-Umsatz mit Games-Software in Deutschland betrug im vergangenen Geschäftsjahr 1,86 Milliarden Euro. Der Großteil dieses Umsatzes wird nach wie vor durch den klassischen Vertrieb von Spielen auf Datenträgern und per Download erwirtschaftet. "Neuere Geschäftsmodelle wie der Verkauf von Abonnements und virtuellen Inhalten", stellt Wolters fest, "machen mittlerweile einen Anteil von 15 Prozent aus und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen."

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