Nielsen: Werbemarkt dreht im März ins Minus

Unschöner Rückschlag für die Werbekonjunktur: Die Forscher von Nielsen melden für den März ein Minus von 2,1% bei den Brutto-Werbeumsätzen. Januar und Februar lagen noch 9,6% bzw. 8,9% über den Vergleichsmonaten des Jahres 2010. Für Nielsen ist der Hauptgrund das späte Osterfest: Osterzeit sei Werbezeit, daher werde der April wieder deutlich über dem Vorjahr liegen. In der Quartalswertung liegen die Zeitungen nun sogar wieder unter den Werbeumsätzen des Vorjahres: 2,7% weniger Geld landete in den Kassen.

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1,234 Mrd. Euro setzten die von Nielsen ausgewerteten Zeitungen in den ersten drei Monaten des Jahres brutto mit Werbung um – sie sind mit dem Minus von 2,7% das einzige Mediensegment, das unter den Zahlen des Vorjahres liegt. Die beiden anderen Print-Branchen, Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften bleiben hingegen weiter über den Umsätzen des Jahres 2010. So erreichten die Publikumszeitschriften mit den 850,56 Mio. Euro ein Plus von 6,6%, die Fachzeitschriften kamen mit 102,74 Mio. Euro auf ein Wachstum von 5,4%.

Größter Umsatz-Gewinner bleibt allerdings weiterhin das Internet: Die von Nielsen gewerteten Websites und Vermarkter kamen von Januar bis März auf einen Brutto-Werbeumsatz von 624,26 Mio. Euro und damit auf ein Plus von 35,6% gegenüber 2010. Leicht über dem Vorjahr bleibt der Umsatz-Gigant Fernsehen, deutlicher verbessern konnten sich Radio, Plakat und Kino – an das Internet-Wachstum kommen sie allerdings nicht heran. Insgesamt liegen die Medien auf das Quartal gerechnet 4,5% über dem Vorjahr – trotz des März-Minus.

Ob das späte Osterfest tatsächlich für eine Verschiebung der Investitionen von März auf April gesorgt hat – oder ob sich das Werbegeschäft nun allgemein wieder etwas abschwächt müssen die nächsten Monate zeigen – MEEDIA berichtet selbstverständlich.

(Tabelle: Nielsen Media Research)

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Freispots, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht also solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Medienbranchen und den Werbedruck sind sie dennoch.

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