Burda: Welte will mehr Wachstums-„Speed“

Burda-Vorstand Philip Welte gibt weiter Voll-"Speed": Nach dem der Manager im vergangenen Jahr den Verlag konsolidierte, will der Münchner nun das Wachstumstempo und die Profitabilität erhöhen. Nach Informationen des Handelsblatt firmiert das Projekt intern unter dem Namen "Speed" und soll das gesamte Kerngeschäft des Hauses betreffen. Umsetzten soll die Initiative Gregor Vogelsang, den Welte von der Unternehmensberatung Booz & Company abwarb und zum Chief Operating Officers (COO) ernennt.

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"Wir handeln aus einer Position der Stärke. Wir sind kerngesund. Denn jede unsere Zeitschriften in Deutschland ist profitabel", zitiert das Handelsblatt Welte. Da nach der Logik des Managers "Stillstand unmittelbar Rückschritt" bedeutet, ist es jetzt an der Zeit, zu handeln und das Medienhaus fit für die Zukunft zu machen.

Dabei ist klar, dass der bekennende Print-Anhänger Welte nicht ausschließlich auf ein erhöhtes Wachstumstempo bei seinen Druckerzeugnissen hoffen kann. So sollen nun auch verstärkt auf E-Commerce, Merchandising und TV-Produktionen gesetzt werden. Vor allem im E-Commerce-Sektor zeigen Wettbewerber wie Stephan von Holtzbrinck, dass man auch als traditionsreiches Verlagshaus in diesem Bereich viel Geld verdienen kann. Allerdings ist Burda auch hier bereits besser aufgestellt, als die meisten anderen Wettbewerber.

Natürlich hofft Welte im Zuge des "Speed"-Programm auch auf eine Beschleunigung im Print-Geschäft. Ein wichtiger Teil des Projektes soll auch in der Entwicklung neuer Heft-Konzepte liegen.

Wie stark der Familienkonzern noch an dieses Geschäftsfeld glaubt, belegt zudem der Kauf der Tiefdruckerei U.E. Sebald in Nürnberg von der insolventen Schlott-Gruppe.

Für das "Speed"-Programm ist Welte sogar bereit, das Verlagshaus umzubauen. So wurde gerade die neue Burda Magazin Holding gegründet. Der ehemalige Journalist steht ihr als Geschäftsführer vor. Vogelsang übernimmt den COO-Posten. In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Verpflichtung des ehemaligen Telekom-Managers Burkhard Graßmann als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung bei der Burda News Group zu sehen.

Gelingt es, die "Speed"-Ziele nur einigermaßen umzusetzen, dann steht das Medienhaus vor einem Top-Geschäftsjahr. Laut Handelsblatt prognostiziert Konzernchef Kallen bereits heute ein Umsatzwachstum von 15 bis 16 Prozent. Das wäre wohl doppelt so viel wie im vergangenen Jahr, in dem Erlöse von rund 1,7 Milliarden Euro erzielt worden sein sollen.

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