Newshype: neuer deutscher Blog-Aggregator

Erst wenn etwas weg ist, weiß man, was man vermisst. Genau diesen Effekt hatte das Ende von Rivva.de: Nur durch das Abschalten des Memetracker wurde vielen Surfern klar, dass der deutschen Blogosphäre eine zentrale Anlaufstelle fehlte, die stets einen Überblick über die meistdiskutierten Themen lieferte. Diese Leerstelle will nun der neue Blog-Aggregator Newshype schließen. Im MEEDIA-Interview sprechen die beiden Macher über ihr Projekt und verraten, warum sie hoffen, erfolgreicher zu sein als Rivva.

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Erst wenn etwas weg ist, weiß man, was man vermisst. Genau diesen Effekt hatte das Ende von Rivva.de: Nur durch das Abschalten des Memetracker wurde vielen Surfern klar, dass der deutschen Blogosphäre eine zentrale Anlaufstelle fehlte, die stets einen Überblick über die meistdiskutierten Themen lieferte. Diese Leerstelle will nun der neue Blog-Aggregator Newshype schließen. Im MEEDIA-Interview sprechen die Macher, Jannis Kucharz und Pëll Dalipi, über ihr Projekt und verraten, warum sie hoffen, erfolgreicher zu sein als Rivva.
Gerade erst ist Rivva mit seinem Angebot gescheitert. Warum gerade jetzt einen neuen Blog-Aggregator?
Jannis Kucharz: Weil es aktuell keinen für Deutschland gibt, oder kennst du einen? Und ich glaube, dass ein Aggregator hilft, die Blogosphäre zu verbinden und zu vernetzen, Debatten darzustellen, die zwischen den Blogs stattfinden. Das ganze war auch, ehrlich gesagt, eine recht spontane Idee, eines Nachts schrieben Pëll und ich via Twitter und fingen an zu überlegen und während wir noch überlegten, fing Pëll schon an zu programmieren.

Pëll Dalipi: So kam es auch, dass die gesamte Kommunikation in Twitter DMs stattfand. Die Seite ist sozusagen aus Twitter DMs und ein paar Google Docs entstanden. Ein Projekt aus der Wolke sozusagen.

Wie funktioniert das Angebot?
Pëll Dalipi: Unser Bot unternimmt täglich mehrmals eine Reise in die Blogosphäre. Dort sammelt er die neusten Beiträge, sucht Verlinkungen und die Tweets zu diesen Artikeln. Er kombiniert dieses Wissen und entscheidet danach, in welcher Reihenfolge die Beiträge auf der Startseite erscheinen. Zusätzlich merkt er sich neue Blogs und nimmt sie in die Sammlung auf, wenn sie mehrmals erwähnt werden.

Wer sind die Köpfe hinter dem Portal und was machen sie sonst noch?
Jannis Kucharz: Wir sind Jannis Kucharz und Pëll Dalipi. Gemeinsam machen wir schon das Blog netzfeuilleton.de, rund um Medien, Meinung & Kultur und haben jetzt Newshype gestartet.

Für wen ist Newshype konzipiert? Wen hoffen sie mit dem neuen Angebot anzusprechen?
Jannis Kucharz: Newshype.de ist einerseits für die Blogosphäre, um den eigenen Puls zu messen, Nabelschau zu betreiben und Debatten zu führen. Gleichzeitig ist es aber auch für Außenstehende gedacht. Für die soll es ein Fenster in die Blogwelt werden.
Pëll Dalipi: Gerade über die Kategorien soll es möglich sein, auf einen Blick zu sehen, was es in diesem Themenbereich Neues gibt.

Wie aufwendig ist es, den Aggregator zu betreiben?
Pëll Dalipi:
Die benötigte Rechenkapazität, um den Bot auf Reisen in die Blogosphäre zu schicken, ist ziemlich hoch. Ihn dabei die Beiträge intelligent gewichten zu lassen und anhand dieser dazuzulernen, ist eine nervenaufreibende Angelegenheit. Bisher ist keine Stunde vergangen, in der ich nicht irgendetwas an seinem Verhalten verändern musste.
Jannis Kucharz: Wir hatten auch zu Anfang etwas unterschätzt, wie gefräßig so ein Bot ist, was die Serverleistung angeht.

Wie wollen sie das Angebot finanzieren?
Jannis Kucharz: Einerseits wollen wir auf Anzeigen setzen und suchen Sponsoren, die das Projekt unterstützen. Auf der anderen Seite hoffen wir auch auf Hilfe aus der Community. Viele haben im Vorfeld gesagt, dass ihnen ein solcher Dienst fehlt und wir hoffen, das daraus vielleicht auch der ein oder andere Flattr-Klick entsteht, der uns dann hilft, die Serverkosten zu stemmen. Wir sehen uns als Projekt von der Blogosphäre für die Blogosphäre.

Wann wollen sie die Closed-Beta beenden?
Pëll Dalipi: Zu lange werden wir nicht warten, aber zunächst dient der geschlossene Raum für Optimierungen und als Experimentiertisch. Unser Bot ist gerade noch ein kleines Kind und wächst mit jedem Tag. Wenn er auf eigenen Beinen stehen kann, werden wir die Türen öffnen.

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