Google: Unklarheiten über Street View

Google Deutschland hat einen Bericht des US-Blogs Search Engine Land dementiert, laut dem der Internet Konzern keinen weiteren Ausbau des umstrittenen Dienstes Street View in Deutschland plane. Es gebe derzeit schlicht keine Veranlassung, neue Aufnahmen zu machen, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck. Search Engine Land hatte einen Google-Sprecher zitiert, laut dem es auch künftig hierzulande keine neuen Street View Bilder gebe.

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"Wir haben den Dienst doch erst vor einigen Monaten eingeführt. Daher gibt es keinen Grund, derzeit erneut Aufnahmen für Street View zu machen," sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck zur dpa. Search Engine Land zitiert einen Google-Sprecher mit den Worten, es gebe keine Pläne, neue Fotos für die deutsche Version von Google Street View online zu stellen. Offizieller Grund für den Stopp des Ausbaus des deutschen Street View sei, dass Google die Prioritäten geändert habe. Es gehe nun darum, Straßennamen und Schilder zu erfassen, um die Qualität der Basiskarten von Google Maps zu verbessern. 

Darauf verweist auch Oberbeck. Es gebe keine Veränderung seit einem Google-Blog-Post vom 28. Januar. Damals wurde angekündigt, dass die Google-Autos zwar ab März wieder fahren würden, aber nur um Kartendaten zu verbessern. Zu MEEDIA sagte Kay Oberbeck: "Unsere Priorität ist es, mit Hilfe von Fahrzeugen Daten wie Straßennamen und -schilder zu erfassen, um unsere Karten für unsere Nutzer zu verbessern – ähnlich wie andere Firmen das auch tun." Search Engine Land spekuliert allerdings, dass der ganze Ärger um Street View Deutschland dazu beigetragen haben könnte, dass Google die Lust an dem Projekt in Deutschland verloren hat.
Rückblende: Nach nicht enden wollender Kritik aus Politik und Öffentlichkeit hatte sich Google im vergangenen Jahr dazu bereiterklärt, ein vorgeschaltetes Opt-out-Verfahren für Street View in Deutschland durchzuführen. D.h. jeder konnte vor der Veröffentlichung Widerspruch gegen das Zeigen seines Hauses bei Street View einlegen. Rund 244.000 Deutsche haben davon Gebrauch gemacht. Ihre Häuser wurden von Google in Street View unkenntlich gemacht. Dabei gab es allerdings auch die eine oder andere Panne, was wieder für neuen Ärger gesorgt hat. Ob Google nun irgendwann weitere deutsche Städte für Street View abfotografiert oder nicht, ist noch unklar. 
Mittlerweile hat Google-Konkurrent Microsoft angekündigt, hierzulande ein ganz ähnliches Projekt wie Street View mit dem wenig originellen Namen Streetside für seine Suchmaschine Bing zu starten. Ab 9. Mai sollen Bing-Kameraautos zunächst durch deutsche Städte in Bayern rollen. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat sich mit einer kritischen Erklärung dazu schon mal warmgelaufen. Im Sommer, so plant Microsoft optimistisch, könnten die ersten Fotos für Bing Streetside dann online stehen. Rechtzeitig, um so manches Themenloch zur Ferienzeit zu füllen.

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