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Andreas Arntzen verlässt Madsack-Gruppe

Überraschende Personalie aus dem Hause Madsack in Hannover:Co-Geschäftsführer Andreas Arntzen verlässt die Verlagsgruppe auf eigenen Wunsch, wie jetzt bekannt wurde. Er war bei Madsack u.a. fürs Digitale zuständig. Der Manager hatte das Media Lab der Verlagsgruppe in Berlin aufgebaut und neue digitale Angebote wie Radio.de vorangetrieben. Offenbar will man sich dort wieder stärker aufs Kerngeschäft konzentrieren. Wohin es Andreas Arntzen zieht, ist derzeit nicht bekannt.

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Die digitalen Träume vom Web2.0 scheinen bei großen Regionalzeitungsverlagen zunehmend ausgeträumt. Während bei der WAZ-Gruppe das Internet-Vorzeige-Projekt DerWesten.de auch unter das Spar-Diktat zu fallen droht, wirft der Abgang von Andreas Arntzen bei Madsack kein gutes Licht auf die Zukunft des Media Lab. Bei der Digital-Tochter sind Unternehmen wie Radio.de, MyHeimat.de, Trade-a-Game oder das Job-Bewertungsportal Kununu.de gebündelt. Gedacht war das Media Lab als ausgelagerter digitaler Think-Tank der Zeitungsgruppe für neue Geschäftsideen und Projekte.

Arntzen stand für die digitale Expansion bei Madsack. Er kam 2006 von Holtzbrinck zu den Hannoveranern. Bei Holtzbrinck war er u.a. Gründer der erfolgreichen Partnerbörse Parship.de, Zeit-Online-Geschäftsführer und zuletzt Geschäftsführer beim "Handelsblatt". Die "W&V" spekuliert, dass seine Position bei Madsack nicht neu besetzt werden könnte und Co-Geschäftsführer Thomas Düffert seine Aufgaben mit übernimmt.

Madsack hat im Februar 2009 für geschätzte 310 Mio. Euro die Regionalzeitungsbeteiligungen der Axel Springer AG aufgekauft. Der Mega-Deal umfasste die "Kieler Nachrichten" (24,5 Prozent), die "Lübecker Nachrichten", die "Leipziger Volkszeitung", die "Ostsee-Zeitung" sowie die norddeutsche Verlagsholding Hanseatische Verlags-Beteiligungs AG (HVB). An der HVB hat Madsack im Dezember weitere 28 Prozent dazu gekauft und ist nunmehr mit 51 Prozent Mehrheitsaktionär. Offenbar will man sich in der Verlagsgruppe auf das angestammte Geschäft mit Zeitungen konzentrieren und weniger in Web-Visionen investieren.

Die Essener WAZ-Gruppe ist gerade dabei mit einem gnadenlosen Sparkurs ihr Zeitungsgeschäft in Nordrhein-Westfalen zu sanieren. Was dies alles für die gemeinsame Tochtergesellschaft Media Lab und die dort gebündelten Beteiligungen bedeutet, ist noch unklar. Im Dezember 2008 hatte sich die WAZ New Media mit 50 Prozent am Media Lab beteiligt. Doch die Web-Euphorie ist mittlerweile offenbar verflogen.

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