Messis mysteriöse Facebook-Fan-Explosion

Endlich: Der weltbeste Fußball der vergangene Jahre ist auch beim weltgrößten Social Network vertreten – und zwar seit gestern höchst offiziell mit eigenen Einträgen. Sieben Millionen Facebooker sind dann auch schon Fans von Barcelonas Superstar Lionel Messi – doch ein Rekord ist das noch nicht, auch wenn so ziemlich jedes Blog oder Medium vom Rekordstart spricht. Des Rätsels Lösung: Von Messis bestehender inoffiziellen Facebook-Seite wurden offenkundig Fans zur offiziellen befördert.

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Auch das gibt es: Eine 5:1-Gala des FC Barcelona in der Champions League ohne Tor des weltbesten Fußballers, Lionel Messi, so gesehen am vergangenen Mittwoch. Auch beim weltgrößten Social Network führte der argentinische Superstar ebenfalls sehr lange ein sehr seltsames Schattendasein – er war präsent, aber eigentlich nicht da. In anderen Worten: Messis beliebteste Facebook-Fanpage war nicht offiziell.

Das änderte sich vor zwei Tagen, am Morgen nach der Champions-League-Gala, als plötzlich die offizielle Facebook-Präsenz von Lionel Messi an den Start ging, und der 23-Jährige verkündete: "Hallo! Herzlich willkommen. Vielen Dank für die vielen Nachrichten, die ich bekommen habe. Ich bin so aufgeregt! Von jetzt an werden wir durch Facebook stärker verbunden sein."

Aus dem Stand: 7 Millionen Facebookern gefällt Leo Messi

Und tatsächlich: Die Info auf der linken Seite macht klar, dass es sich um die eine und einzig offizielle Facebook-Fanpage des Barca-Kickers handelt, die unter facebook.com/LeoMessi zu erreichen ist. So weit, so nachvollziehbar. Ebenfalls erscheint der Fanandrang nicht ungewöhnlich: 7 Millionen Facebookern gefällt das – Real-Madrid-Konkurrent Cristiano Ronaldo bringt es auf 23 Millionen Fans und ist damit weiter mit Abstand der Sportler mit den meisten Fans.

Glaubt man der Fachpresse und zahlreichen Blogs, könnte sich das angesichts "Riesenansturms" ("20 Minuten") des argentinischen Spielmachers jedoch bald ändern – so rasant scheint Messis Fan-Klientel zu wachsen. "Mittwochfrüh ging seine offizielle Seite online, wenige Stunden später hatte der Barcelona-Star schon über 6,7 Millionen ‚Freunde’", stellte das österreiche News-Portal nachrichten.at fest.

Und selbst das renommierte US-Technologie-Blog Mashable hebt Messi in den Social-Media-Himmel: "Lady Gaga hat Barack Obama mit 10 Millionen Fans letzten Sommer abgelöst, aber wir können uns an keine Berühmtheit erinnern, die diesen Meilenstein so schnell knackt." Ist das argentische Fußallwunder also auch auf dem Weg zum Social-Media-Messias aufzusteigen?

Selbe Fan-Klientel wie auf der inoffiziellen Messi-Seite

Die Antwort muss sich erst herausstellen, denn klar wird auf den zweiten Blick: Messi oder vielmehr die Betreiber seiner Facebook-Seite kochen auch nur mit Wasser. Mittwochmorgen startete Messis Fanpage urplötzlich mit 6,7 Millionen Fans – eine schiere Explosion. 40 Stunden später ist die 7-Millionen-Marke aber immer noch nicht geknackt, aktuell kommt die Page auf 6,95 Millionen Fans.

Des Rätsels Lösung: Von der größten inoffiziellen Facebook-Seite Lionel Messis dürften die Fans wohl schlicht auf die offizielle kopiert worden sein. 7,1 Millionen Facebookern gefällt nämlich weiterhin diese mit Wikipedia und offiziellen Presseberichten bestückte Seite. Ohne eigenes Zutun sind Fans der inoffiziellen Seite wohl also auch zu Fans der offiziellen geworden – das belegt auch ein Blick auf die identischen Freunde, denen die neue Messi-Seite ebenfalls gefällt. Ein Nutzer klärt bei Mashable auf: "Die Info, dass Messi in 7 Stunden auf 7 Million Fans komme, ist schlicht falsch: Fast 6 Millionen Nutzer wurden von der inoffiziellen Seite transferiert."

Wird Fan-Transfer salonfähig?

Mashable selbst fragte daraufhin bei Facebook nach, was es mit der Übertragung der Fans auf die offizielle Seite auf sich habe – eine Antwort steht noch aus. Es wäre wohl das erste Mal, dass bei einer Facebook-Seite einer Person des öffentlichen Lebens künstlich Fans addiert worden wären – bei Business-Seiten sei eine Zusammenführung von Place- und Fanpages möglich, schreibt Mashable. Bisher gebe es keine Option, Fanpages zusammenzuführen.
Sollte das Beispiel der Messi-Fanpage Schule machen, müsste sich Facebook die Frage stellen lassen, warum das Social Network die künstliche Fan-Generierung unterstützt – und zu welchen Konditionen dieser Transfer möglich wurde oder wird. 

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