Weg von Print: Holtzbrinck wächst im Web

Holtzbrincks Investitionen ins Digital-Geschäft rentieren sich: Die Verlagsgruppe vermeldet ein Wachstum von 39 Prozent bei den Online-Umsätzen. Hierzu trugen vor allem E-Book-Umsätze in den USA, bildungsorientierte Online-Angebote sowie die Online-Werbeerlöse der Zeitungsmedien bei, heißt es. Das Geschäftsfeld Digitale Medien erzielte zudem ein Plus von 21 Prozent. Auch das operative Ergebnis stieg – dank der Verkäufe von Tagesspiegel, Handelsblatt, Golem.de und anderen Medienprodukten.

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Die Verlagsgruppe hat operativ mit einem Ebitda von 230 Millionen Euro ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Damit erreicht Holtzbrinck eine Eigenkapitalquote von 39 Prozent (Vorjahr 33 Prozent). Der Gesamtumsatz des Unternehmens in Höhe von 2,255 Milliarden Euro wuchs in 2010 organisch um sechs Prozent. Aufgrund der bereits in 2009 eingeleiteten Unternehmensverkäufe fielen Umsätze in einer Höhe von 280 Millionen Euro weg. Dadurch reduzierte sich der konsolidierte Umsatz gegenüber dem Vorjahr, als er 2,358 Milliarden Euro betrug.
Bei Holtzbrinck ist eine Entwicklung weg von klassischen journalistischen Produkten hin zu digitalen Plattformen erkennbar. Die Verlagsgruppe gliederte mehrere Zeitungen an die Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) aus und veräußerte ihr IT-Portal Golem.de an die Computec Media AG. Ende des Jahres trennte man sich zudem vom LPV Lebensmittel Praxis Verlag und der Main Post, zwei profitable Print-Beteiligungen. Auch ein Verkauf des Südkuriers steht offenbar kurz bevor.
Anstelle dessen investiert Verlags-Chef Stefan von Holtzbrinck in digitale Service-Plattformen. Im März stieg der 47-Jährige bei Lieferhelden.de ein, außerdem betreibt er unter anderem die Partnerbörse Parship, die Frage- und Antwort-Community Gutefrage.net und das soziale Netzwerk StudiVZ.
"Die neuen Medien haben viel zu unserer Stabilität beigetragen", sagte Stefan von Holtzbrinck. "Die Veräußerungsgewinne der Holtzbrinck Digital haben bereits einen dreistelligen Millionenbetrag deutlich überschritten. Zum anderen sind die meisten unserer Internet-Unternehmen in diesem Jahr profitabel."
Holtzbrinck plant noch viel größere Netz-Investments. Zusammen mit HarbourVest Partners startet der Stuttgarter Verlag einen neuen Investmentfonds mit einem Volumen von 177 Millionen Euro. Das Geld soll an Startups und bereits bestehende Web-Unternehmungen gehen.

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