DSDS: RTLs peinlicher Call-In-Patzer

Das hat es noch nie gegeben: Gleich zwei Zahlendreher haben das Sendekonzept von "Deutschland sucht den Superstar" in der gestrigen Show vollends durcheinander gewirbelt. Erst platzierte der Sender in einer Grafik falsche Telefonnummern, dann verwechselte auch noch Moderator Schreyl die richtigen Endziffern. RTL brach die Abstimmung ab. Die Konsequenz: Alle sechs Kandidaten dürfen bleiben, die Show wird wiederholt. Das Finale wird in den Mai verschoben.

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Da hat sich RTL ganz schön blamiert: Der Sender vertauschte bei einer Anzeige für die Telefonabstimmung die Endziffern der DSDS-Kandidaten Zazou Mall und Marco Angelini. Marco gilt schon seit Längerem als Favorit, während Zazou ein ewiger Wackelkandidat ist. der 26-Jährige befürchtete, dass die Stimmen seiner Fans nun an Zazou gehen würden.

Aber damit nicht genug. Denn dann kam Moderator Marco Schreyl (37) auch noch bei der Ansage der Kandidaten-Nummern durcheinander. Wie das passieren konnte? In der Phase, in der nochmal alle Interpreten im Schnelldurchgang vorgestellt werden, standen die Kandidaten in der falschen Reihenfolge auf der Bühne. Schreyl macht seinem Ärger Luft: "Man kann es einem Moderator auch einfacher machen."

Schließlich brach RTL die Abstimmung ab. Schreyl bat die Zuschauer in der Nachfolgesendung, nicht mehr für ihre Favoriten anzurufen. Die Stimmen, die bis zur ersten falschen Rufnummern-Einblendung gezählt wurden, würden laut Notar Dr. Fleischhauer in die nächste Sendung übertragen.
Chefjuror Dieter Bohlen ergänzte: "Wir können nicht verantworten, dass ein Gefühl entsteht, da könnte etwas nicht richtig gelaufen sein. Kurz und gut. Wir schicken heute niemand nach Hause. Es wird jetzt so sein, dass wir das DSDS-Finale nicht am 30. April, sondern am 7. Mai haben werden."
Fleischhauer erklärte: "Es lässt sich ja der Zeitpunkt, als die falsche Tafel eingeblendet und der Zahlendreher publik war, genau feststellen. Die Stimmen, die bis zu diesem Zeitpunkt abgegeben worden sind, werden in die nächste Sendung übertragen. Ich halte das nach Abwägung aller Möglichkeiten für eine faire Lösung."

Der gleichen Meinung sind auch die betroffenen Kandidaten. Marco Angelini: "Ich bin mit der Entscheidung sehr zufrieden. Wir alle hier arbeiten sehr hart für unseren Traum vom Superstar. Dabei sind die Anrufe DAS alles Entscheidende für uns und deshalb muss alles korrekt sein!" Zazou Mall: "Das war der einzige richtige Weg!"

Auch wenn es für den Kölner Sender reichlich peinlich war, dürfte niemand was gegen eine Verlängerung der überaus erfolgreichen Staffel haben. Nach einer Woche fußballbedingter Pause meldet sich "Deutschland sucht den Superstar" bei RTL mit 31,3 % Marktanteil beim jungen Publikum zurück. 3,42 Mio. sahen zu – weniger allerdings als vor zwei Wochen gegen "Wetten dass…?" Das mag an "Schlag den Raab" gelegen haben, das bei Pro Sieben gute 2,15 Mio. erreicht. Im Gesamtpublikum liegt "DSDS" nach der "Tagesschau", aber immer noch klar vor der Unterhaltung bei ARD und ZDF.

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