61 % fühlen sich von Medienflut überfordert

Bildschirme und Werbeanzeigen flimmern ständig und überall. Laut einer Bitkom-Studie fühlt sich deshalb mehr als jeder Zweite von Informationen überflutet (61 Prozent). "Offenkundig fühlen sich zahlreiche Menschen von Nachrichten und Medienvielfalt überfordert, vor allem Ältere", sagte der Präsident des Hightech-Verbandes, August-Wilhelm Scheer. Verantwortlich dafür soll das Fernsehen sein. Weiteres Ergebnis: Fast neun Stunden prasseln die Medien auf jeden einzelnen ein.

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Der Bitkom zufolge haben 39 Prozent der Deutschen ab 65 Jahren häufig das Gefühl der Informationsüberflutung. Im Durchschnitt ist es jeder Dritte (31 Prozent) "Wir müssen als Gesellschaft lernen, mit der Nachrichtenflut besser umzugehen", urteilte Scheer. Die jüngere Generation von 14 bis 29 Jahren, die mit Internet und Handy aufgewachsen ist, hat am wenigsten Probleme mit der Informationsmenge. Dort fühlt sich nur jeder siebte häufig von Informationen überfordert.
Pro Tag nutzt jeder Deutsche durchschnittlich 100 Minuten aktiv das Internet. Vor zwei Jahren waren es noch 88 Minuten. "Kaum jemand, der die Möglichkeiten des Internets kennt, möchte darauf verzichten", sagte Scheer. "Drei Viertel der Nutzer können sich ein Leben ohne Web nicht mehr vorstellen." Mit fast vier Stunden steht aber das Fernsehen nach wie vor an erster Stelle beim Medienkonsum – und ist nach Meinung der Bundesbürger am stärksten für die Schwemme an Nachrichten verantwortlich. 71 Prozent nennen das Fernsehen als Grund für die Informationsflut, nur 43 Prozent das Internet.
Im Internet gelingt es bereits vielen Deutschen, zeitweise abzuschalten. 38 Prozent der Nutzer legen laut der Studie gelegentlich bewusst Internet-freie Tage ein, weitere 17 Prozent tun dies sogar häufig. Nur ein Fünftel der Onliner verzichtet nie von sich aus einen ganzen Tag auf das Netz.
Knapp die Hälfte der Handybesitzer schalten ihr Mobiltelefon nachts (41 Prozent) und im Urlaub (40 Prozent) ab oder stumm, um ungestört zu sein. Bei jedem fünften Handybesitzer ist das Gerät aber immer angeschaltet. Scheer: "Es ist gut, dass wir immer erreichbar sein können, wenn wir es möchten. Aber genauso wichtig sind bewusste Kommunikationspausen, um sich zu erholen oder konzentriert arbeiten zu können." Eine Mehrheit der Deutschen hält der Studie zufolge solche Pausen für wichtig.
Beruf und Privatleben sind durch die neuen Medien verschmolzen: "Internet und Handy haben die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwinden lassen", so der Bitkom-Präsident. Jeder dritte Berufstätige (29 Prozent) ist heute auch außerhalb der Bürozeiten jederzeit erreichbar – die Verbreitung von Mobiltelefonen und internetfähigen Smartphones macht es möglich. Besonders abends schalten viele ihr Telefon nicht aus. Nur 12 Prozent der Berufstätigen sind nie in der Freizeit erreichbar, weitere 14 Prozent in Ausnahmefällen. Flexibilität wird aber auch von Arbeitgebern erwartet: Mehr als jeder vierte Mitarbeiter (28 Prozent) nutzt das Internet am Arbeitsplatz täglich auch für private Zwecke, weitere 22 Prozent tun das gelegentlich oder sporadisch.
Die meisten Nutzer einer beruflichen Mail-Adresse (80 Prozent) schauen permanent oder mehrfach täglich nach neuen Nachrichten. Eine Mehrheit (55 Prozent) würde maximal einen Tag auf ihre dienstlichen Mails verzichten. "Das Vorurteil, Berufstätige litten unter einer Flut unwichtiger E-Mails, stimmt aber nicht – wenn der Spam-Filter richtig eingestellt ist", ergänzt Scheer. "Für zwei Drittel der beruflichen Nutzer sind die meisten Mails im Posteingang wirklich wichtig." Im Durchschnitt bekommen berufliche E-Mail-Nutzer 13 Nachrichten pro Tag.

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