Nielsen: BamS & Stern top, Focus Flop

Die Publikumszeitschriftenbranche hat in den beiden ersten Monaten des Jahres brutto 8% mehr mit Werbung umgesetzt als 2010. Doch längst nicht alle Titel profitieren von dem Aufschwung. Wie die neueste Anzeigenstatistik von Nielsen zeigt, liegen rund 150 der 460 ausgewerteten Zeitschriften unter ihren Vorjahres-Zahlen, darunter auch die Umsatzgiganten Spiegel, Brigitte und Focus. Größte Gewinner der beiden Monate sind hingegen die Bild am Sonntag und der Stern, die beide über 3 Mio. Euro hinzu gewannen.

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Die Bild am Sonntag bleibt damit weiterhin die werbeumsatzstärkste Zeitschrift Deutschlands – zumindest, wenn es nach den Nielsen-Brutto-Zahlen geht und man sie als Publikumszeitschrift statt als Sonntagszeitung wertet. 23,34 Mio. Euro setzte das Springer-Blatt um – 3,59 Mio. oder 18,2% mehr als in den Vergleichsmonaten des Jahres 2010. Ähnlich stark konnte der Stern zulegen: Um 3,39 Mio. auf 20,55 Mio. Euro wuchs der Brutto-Werbeumsatz des G+J-Magazins – ein Plus von 19,7%.

Der Spiegel gehört auf Platz 3 liegend hingegen zu den Verlierern: 3,9% weniger wurde brutto mit Reklame umgesetzt, so die Nielsen-Statistik. Damit gehört Der Spiegel zu nur drei Verlierern auf den ersten 25 Plätzen des Rankings, die anderen beiden sind die Brigitte und der Focus. Das Burda-Magazin liegt mit 9,5% noch viel deutlicher unter den Vorjahreszahlen. Größter prozentualer Aufsteiger auf den ersten 25 Plätzen der Umsatzliste ist Springers Auto Bild: um 36,8% wuchs der Brutto-Werbeumsatz dort. Mehr als 20% gewannen zudem auto motor und sport, TV Spielfilm, Für Sie, TV 14, Wirtschaftswoche und Computer Bild hinzu.

In der zweiten Hälfte der Top-50-Tabelle finden sich zwar ein paar mehr Verlierer, doch auch hier überwiegen die Gewinner. Besonders erwähnenswert ist hier mal wieder Schöner Wohnen, das seinen Werbeumsatz im Vergleich zu 2010 um mehr als 1 Mio. Euro bzw. 32,4% steigern konnte. Auf ähnlichem Niveau wuchs das Condé-Nast-Magazin GQ mit einem Plus von 32,7%. Auch die Super Illu (+28,1%) und Eltern (+27,0%) liegen weit über dem Vorjahresniveau. Deutlich verloren hat hingegen vor allem die Bravo, die 19,4% ihres Brutto-Umsatzes aus 2010 einbüßte. Auch rtv Ost liegt mit 12,8% über der 10%-Marke.

Nach absoluten Zahlen gerechnet war in den Monaten Januar und Februar aber der Focus der größte Verlierer. Die Auflagenzuwächse durch den 1-Euro-Focus und die folgenden Ausgaben haben sich hier noch nicht ausgewirkt. 1,37 Mio. Euro weniger setzte das Magazin mit Werbung um – ein so großer Rückgang wie bei keinem anderen der rund 460 von Nielsen ausgewerteten Titel. Auf den weiteren Plätzen des Absteiger-Rankings folgen Der Spiegel, rtv Ost und Bravo.

Das Gewinner-Ranking wird von den bereits erwähnten Titeln Bild am Sonntag, Stern und Auto Bild angeführt, dahinter folgen die Für Sie und auto motor und sport.

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht beachtet, jegliche Reklame wird als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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