Eine Kobra twittert sich zum Web-Star

Seit Freitag befindet sich eine wenige Monate alte und einen halben Meter lange ägyptische Kobra auf der Flucht. Sie ist aus dem Reptilienhaus des New Yorker Zoos ausgebrochen. Hoffnung auf einen baldigen Fund hat der Direktor nicht. Die Suche nach dem giftigen Tier könnte noch Wochen dauern. Doch jetzt taucht die Kobra bei Twitter auf. So zwitschert die Schlange recht vergnügt: "Ich möchte mich bei den Tieren des Films 'Madagascar' bedanken. Sie waren eine Inspiration."

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Mehr als 100.000 Follower konnte das Reptil innerhalb kürzester Zeit ansammeln. Natürlich twittert die Schlange nicht selbst – dafür fehlen ihr ja die Gliedmaßen – aber offenbar macht sich ein New Yorker Zoobesucher einen Heidenspaß aus der verzweifelten Suchaktion. An Fantasie fehlt es dem Schlangen-Ghostwriter keineswegs: "Ich verlasse jetzt die Wall Street. Diese Leute lassen mich schaudern", heißt es in einem der Tweets von @BronxZoosCobra.

Derweil suchen Mitarbeiter des Tierparks Bronx weiter fieberhaft nach der Ägyptischen Kobra. Obwohl die Schlange giftig ist, bestehe nach Angaben des Zoos keine Gefahr für die New Yorker. Höchstwahrscheinlich habe sich die Kobra irgendwo auf dem Gelände des Tierparks oder zwischen Maschinenteilen des Reptilienhauses versteckt. Hat sie kurz zuvor gefressen, könnte sie dort einige Zeit ohne Nahrung ausharren. Auch dazu hat der Kaltblüter etwas zu sagen: "Ich bin nicht so giftig, wie alle von mir denken. Ich bin zwar tödlich boshaft, extrem todbringend, aber nicht einfach nur giftig."

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Um den Spaß noch auf die Spitze zu treiben, hat ein Unbekannter nun sogar ein Twitterkonto für den Zoowärter eröffnet. Dort heißt es: "Wer von Euch hat mir eine Madagascar-DVD vor die Tür gelegt?" Der Animationsfilm Madagascar handelt von Tieren, die aus dem New Yorker Zoo ausbrechen wollen, um wenig später auf der gleichnamigen Insel zu landen.

Offenbar hat die Flucht in der Schlange politisches Interesse geweckt. Aufgrund ihrer Herkuft zwitschert sie zu den Unruhen in Ägypten und Libyen: "Ganz klar bin ich ein großer Verfechter der Freiheit." Für die verstörten New Yorker legt das Tier sogar noch einen Witz drauf: “Liebe Bewohner des Big Apple, Apfel und Schlangen gehörten doch seit Anbeginn der Zeit zusammen.”

Und selbst für den anderen Twitter-Star der Stunde hat das Tier einen Rat parat. An Hollywoods Lieblingsekel zwitschert sie: "Lieber @CharlieSheen. Rate mal, was ist besser als Tigerblut? Genau: Kobragift."

Die Kobra ohne Namen ist aber nicht der erste tierische Social-Media-Star. Alle Rekorde dürfte wohl das schielende Opossum Heidi gebrochen haben. Innerhalb kürzester Zeit hatte die Beutelratte mehr Fans als Bundeskanzlerin Merkel, einen eigenen Song, eine Plüschtierkollektion und durfte sogar bei der Verleihung der Oscars teilnehmen. Kein Wunder, dass die Schlange noch nicht so erfolgreich ist. Heidi war süß. Aber wer will schon eine Cobra knuddeln?

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