ARD schaltet Bundeswehr in Afghanistan ab

Die ARD will den am Hindukusch stationierten Soldaten ab 1. April das TV-Programm abschalten. Wie Bild berichtet, ist dem Sender die Satellitenübertragung zu teuer. Ab Freitag sollen nur noch einzelne Regionalnachrichten sowie "Tagesschau" und "Tagesthemen" über einen Bundeswehrsender gezeigt werden. Bereits im vergangenen Jahr war das Programm vorübergehend eingestellt worden, nach Protesten aber wieder auf Sendung gegangen. Nun droht erneut Ärger, denn die Soldaten zahlen GEZ-Gebühren.

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Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Bundestages, machte seinem Unmut über den neuen Beschluss gegenüber Bild Luft: "Die Soldaten im Einsatz haben als GEZ-Zahler und Staatsbürger in Uniform ein Recht auf das gesamte ARD-Programm." Ähnlich fielen die Reaktionen im vergangenen Jahr aus, als im Dezember bekannt wurde, dass der Eutelsat-Satellit bereits im Juni abgeschaltet wurde. Politiker und Verbände appellierten damals an den Patriotismus des Senders.
Die ARD ließ derweil mitteilen, dass es konstruktive Gespräche mit dem Bundesministerium der Verteidigung gegeben habe. Neben den Nachrichtenformaten könnten die Soldaten auch auf sportliche Großveranstaltungen, an denen die ARD die Rechte halte, zurückgreifen. "Damit wird die Informationsversorgung für die Soldatinnen und Soldaten des deutschen Einsatzkontingentes ISAF in Afghanistan garantiert", heißt es weiter. Damit sei eine vernünftige Lösung gefunden, die es den deutschen Soldaten im Afghanistan-Einsatz ermöglicht, große Teile des ARD-Info-Programms trotz der Abschaltung des Satelliten zu empfangen.
Die ARD verspricht sich von der Abschaltung des Satelliten eine Kostenersparnis. Monatlich habe die Satellitenübertragung 32.000 Euro gekostet. Neben den Soldaten sind auch Urlauber, Diplomaten und Beschäftigte im Ausland davon betroffen. Auch ARD-Korrespondenten werden in die schwarze Röhre schauen.

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