The Daily kommt bald nach Deutschland

Bis Juni will Rupert Murdoch The Daily auch auf dem europäischen Markt etablieren. Das gab jetzt Jonathan Miller, Chief Digital Officer der News Corp., bekannt. Die iPad-Zeitung soll zunächst in Großbritannien, Deutschland und Frankreich erscheinen. In den USA verfügt The Daily nach eigenen Angaben über einen großen Kundenstamm. Allerdings scheint die Redaktion unter Fluktuationen zu leiden. Gleich drei Redakteure in wichtigen Positionen wechselten die Lager.

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Der genaue Start hänge noch vom Launch des neuen Appstore-internen Abosystems ab, so der Guardian.

Offenbar gab es Gerüchte, einen englandspezifischen Titel von The Daily herauszubringen. Die erwiesen sich aber nach Angaben mehrerer Konzernmitarbeiter als falsch. Angeblich erreiche The Daily täglich hunderttausende von Lesern in den USA, so Miller. Genaue Zahlen gibt es nicht. Allerdings hätten mehrere tausend User schon vorab ein Jahresabo abgeschlossen. Vermutlich begründen sich die enormen Abrufzahlen momentan noch darin, dass die iPad-Zeitung noch kostenlos erhältlich ist.

Nächste Woche erlebe The Daily allerdings einen "Moment der Warheit". Denn ab kommendem Montag verlangt die News Corp. Geld für ihr elektronisches Blatt: 14 Cent am Tag oder 99 Cent in der Woche.

30 Millionen Dollar investierte News Corp in The Daily – für Murdoch, der mit seinem Medienkonglomerat im vergangenen Quartal fast eine Milliarde verdiente, sind das Peanuts. Lediglich eine halbe Million Dollar sollen die Produktionskosten für die mehr als 100-köpfige Redaktion pro Woche betragen.

Doch in der herrscht laut Medienberichten eine enorm hohe Fluktuation. Mit anderen Worten: Murdoch laufen die Mitarbeiter davon. Innerhalb kürzester Zeit haben drei Journalisten in wichtigen Positionen das Blatt verlassen, wie TechDirt berichtet.
Der Politik-Journalist Jon Ward wechselte zur Huffington Post. Die Reporterin Lauren Bans ging zu GQ. Und die Fernsehkritikerin Heather Havrilesky erklärte via Twitter, dass sie kündigen werde. Als Grund gab sie Fortschritte beim Verfassen ihrer Novelle an, die momentan wichtiger seien.

Ob es an der Bezahlung liegt oder tatsächlich andere Jobs einfach lukrativer waren, weiß man nicht. Doch immerhin verkündete Murdoch Anfang Februar: "Wir haben große Ambitionen, aber geringe Kosten." Und dass bei mehr als 100 Seiten Content am Tag, der ständig aktualisiert wird. Und im Hochglanz-Format erscheint: Hochauflösende Fotografien, die im 360-Grad-Winkel angezeigt werden können, Multimedia-Elemente aller Coleur und – vielleicht am Wichtigsten – eine umfassende Verknüpfung mit Facebook, Twitter & Co, wo geteilte einzelne Artikel dann auch zu lesen sein sollen. The Daily wird somit zur ersten Social Media-Zeitung.

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