Die Tücken des neuen Nintendo 3DS

Am 25. März ist der Verkaufsstart für Nintendos Spielkonsole Nintendo 3DS in Deutschland. Eltern dürften dem Termin mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Der 3DS ist mit 249 Euro relativ teuer, bietet aber als erste Konsole 3D-Bilder ohne Brille. Darum steht der 3DS bei vielen Kindern und Jugendlichen weit oben auf der Wunschliste. Die neue Technik hat aber auch Nachteile: Spielen kann zu Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit führen.

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Ein japanisches Magazin berichtete bei einer Vorführung des Nintendo 3DS von Schwindel und Ermüdungserscheinungen nach nur zehn Minuten Spiel mit dem 3DS. Der Hersteller Nintendo warnt im Beipackzettel zu seiner neuen Konsole selbst vor dem Effekt. Kinder unter sechs Jahren sollten demnach die 3D-Funktion der Mobilkonsole komplett ausgeschaltet lassen. Auch bei Menschen mit Sehfehlern (z.B. Schielen) soll es angebracht sein, ganz auf den 3D-Effekt zu verzichten.

Laut Test können aber auch gesunde Erwachsene von Schwindelanfällen und/oder Kopfschmerzen beim Spielen mit dem Nintendo 3DS betroffen sein. Abhilfe kann ein Schieberegler schaffen, mit dem man die Intensität der 3D-Darstellung individuell einstellen kann. Zur Not muss der 3D-Effekt komplett abgeschaltet werden. Das ist ohne weiteres möglich, nimmt aber natürlich einen wesentlichen Kaufgrund für die neue  Mobilkonsole.

Von der Qualität der gebotenen 3D-Bilder sind die Tester bislang durchweg begeistert. Nintendo kombiniert bei dem 3DS dreidimensionale Bilder auch stark mit so genannter Augmented Reality. Das bedeutet, die reale Umgebung wird in Spiele einbezogen. Das sieht dann zum Beispiel so aus, dass der 3DS mit seinen Kameras eine echte Tischplatte auf dem Bildschirm zeigt. Im Bildschirm sieht man aber nicht nur die schnöde Tischplatte, sondern virtuelle Gegenstände oder Monster, die man bekämpfen muss. Oder man nimmt mit der Kamera echte Gesichter auf. Diese werden auf dem Bildschirm dass zu Bällen, die scheinbar in der Gegend herumfliegen und abgeschossen werden müssen.

Eine weitere Fähigkeit des 3DS, die Eltern misstrauisch stimmen könnte, ist die sehr weitgehende Vernetzung des Geräts. Mit zwei neuen Funktionen namens StreetPass und SpotPass ist der 3Ds quasi permanent online und tauscht auch ohne das Zutun des Besitzers Daten übers Internet oder mit anderen 3DS-Geräten aus. Das soll dafür sorgen, dass der Nutzer jedesmal, wenn er seinen 3DS öffnet kleine Überraschungen serviert bekommt. So könnte ein neuer 3D-Sportclip von Eurosport zum Anschauen bereitstehen oder ein Kurzfilm von Aardman Animations (die Macher von “Wallace & Gromit” und “Shaun das Schaf”). Auch der Bezahlsender Sky soll kurze Inhalte seines 3D-Programms für den 3DS zur Verfügung stellen. Bleibt zu hoffen, dass das Gerät nicht für permanente Werbung in der dritten Dimension genutzt wird.

Mit dem Nintendo 3DS will der Videospielkonzern der Herausforderung durch Smartphones begegnen. Telefone mit Android-Betriebssystem oder das iPhone stellen mit ihrem umfangreichen und sehr preiswerten Spieleangebot mittlerweile eine große Konkurrenz für reinrassige mobile Videospielkonsolen dar. Dank der eingebauten Augmented-Reality-Spiele und dem technisch gelungenen 3D-Effekt wird der Nintendo 3DS zum Start und zum Weihnachtsgeschäft auf sehr vielen Wunschzetteln von Kindern und Jugendlichen stehen. Ob die Konsole zum erhofften iPhone-Killer in Sachen Videospiele wird, hängt aber nicht zuletzt davon ab, wie sich die Probleme mit Schwindelgefühlen beim Spielen weiter entwickeln. Für eine Konsole, die zwar cool ist aber krank macht, werden Eltern keine 249 Euro auf den Tisch legen.

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