Exklusiv: Antonia Rados spricht mit Gaddafi

Ein Coup für RTL: Die Kölner haben dank ihrer Reporterin Antonia Rados ein exklusives Interview mit Muammar Gaddafi erhalten. Für das Gespräch mit dem libyschen Machthaber traf sich die Journalistin in einem Zelt im Bab-al-Azizia-Militärlager in Tripolis. n-tv zeigt das Interview am heutigen Dienstag ab 18.00 Uhr. Danach berichtet "RTL Aktuell" (18.45 Uhr) und am späteren Abend das "RTL Nachtjournal" über die Begegnung, bei der Gaddafi auf Leibwächter verzichtete.

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Für das 40-minütige Exklusiv-Interview kam der Diktator allein in einem Golf-Wagen angefahren. "Er wirkte auf mich sehr selbstsicher und ohne jede Selbstzweifel", so Rados. "Es gab keinerlei Anzeichen von Nervosität, vielmehr vermittelte er das Bild eines Machthabers, der fest im Sattel sitzt."
Gaddafi, der nach Ausbruch der Aufstände in Libyen das Terrornetzwerk Al Qaida als Drahtzieher bezeichnet hatte, beschreibt im Interview die Unruhen als "kleines Ereignis", das bald enden werde. "Es gab keine Demonstrationen in Libyen. Al Qaida macht keine Demonstrationen, sie machen es nie. Die bewaffneten Banden von Bin Laden und seine Söldner, die er im Osten des Landes hat, wird man zerstören und alles wird wieder normal werden. In der Mehrheit des Landes ist alles normal. Alles ist da ruhig."
Auf die internationalen Proteste und die harsche Kritik seitens der USA und der EU angesprochen, fragt Gaddafi zurück: "Was habe ich getan, um sie zu enttäuschen?" Als ihn Rados daran erinnert, er habe friedliche Demonstranten niedergeschlagen, entgegnet Gaddafi: "Das sind Lügen." Er fordere die Entsendung einer Kommission, um die Vorkommnisse der vergangenen Wochen in seinem Land zu untersuchen. "Es gab nur 150 bis 200 Tote", behauptet Gaddafi, "und die Hälfte davon waren Sicherheitskräfte. Die kamen um, als die Polizeistationen gestürmt wurden. Zeigen Sie uns die Tausenden Toten, die angeblich umgekommen sind."
Als Rados den Diktator damit konfrontiert, dass sie in Tripolis viele Menschen treffe, die Angst vor dem Regime hätten und gegen Gaddafi wären, erwidert dieser: "Ich habe kein Amt, kann also nicht für etwas kritisiert werden. Kritisiert denn jemand Königin Elisabeth II von England wegen ihrer Politik?"
Gaddafi übt darüber hinaus Kritik am Westen, nimmt aber Deutschland davon aus. "Die Deutschen haben uns gegenüber eine sehr gute Position eingenommen, ganz anders als viele wichtige Länder im Westen." Er könne sich deshalb vorstellen, dass Deutschland möglicherweise weiter Aufträge bekomme: "Die Deutschen haben eine verantwortliche Position eingenommen und die Deutschen sollten einen permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat haben, nicht Frankreich", so Gaddafi.

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