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Maschmeyer-Fehde: Lütgert legt nach

Die Einschüchterungsversuche haben nichts gebracht: Am Mittwoch bringt der NDR einen Nachdreh zur Doku "Der Drückerkönig und die Politik" über AWD-Gründer Carsten Maschmeyer. Christoph Lütgert und sein Team berichten im dritten Teil über eine interne Liste des Finanzdienstleisters, die bei rund 30.000 Anlegern eine Fehlberatung beweisen soll. Maschmeyer hatte die Journalisten seit Januar mit Unterstellungen überzogen, was die Rechercheure "nicht auf sich sitzen lassen" wollen, sagte Lütgert gegenüber NDR.de

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Den Recherchen zufolge sind die Verluste von AWD-Anlegern offenbar sehr viel größer als von Maschmeyer zugegeben. Bisher hatte der 51-Jährige nur Einzelfälle eingeräumt. In "Neues vom Drückerkönig" wird zudem ein internes Protokoll einer Sitzung führender AWD-Manager vom September 2002 präsentiert, was dokumentiert, dass es damals bereits mit mehreren "Drei-Länder-Fonds" Probleme gab.
Auf NDR-Anfrage bei AWD wurde von Sprecher Béla Anda auf das "Geschäftsgeheimnis" verwiesen. Eine Interview-Anfrage an Maschmeyer wurde ebenfalls verweigert. Lütgert sagte über die vergebliche Mühe: "Ob wir jemals Erfolg haben werden – wir bezweifeln es." Bei den Recherchen sei viel Neues zu Tage gefördert worden, was sich lohne zu zeigen.
Maschmeyer hatte im Januar in einem Bild-Interview gesagt, dass er den Journalisten mehrfach ein Interview angeboten habe, aber mit der Bitte, die "konkreten Fragen" vorab zu schicken. "Bei mehreren Millionen Kunden müssen für diese Einzelfälle nämlich zunächst die Beratungsunterlagen eingesehen und die Kunden um Genehmigung gebeten werden, ob zu deren Investitionsentscheidungen in den Medien Stellung genommen werden darf", so der AWD-Gründer. "Meine Erfahrung mit Journalisten ist, dass diese sauber recherchieren, fair berichten und immer beide Seiten anhören. Dies war bei der ‚Panorama‘-Redaktion nicht so. Ich habe von den angeblichen Vorwürfen erst aus der Programmzeitschrift erfahren."
Im Vorfeld des zweiten Teils hatte der Millionär versucht, die Ausstrahlung mithilfe von Medienanwalt Matthias Prinz zu verhindern. Jedoch vergeblich. "Dass, was Herr Prinz im Fall Maschmeyer versucht hat, war die beste Werbung, die wir kriegen konnten", hatte Lütgert im MEEDIA-Interview gesagt. Auch nach dem Sendetermin ließ Maschmeyer die "Panorama"-Redaktion nicht ungeachtet und ließ die Recherchemethoden der Reporter von einem Strafrechtler prüfen. Den Journalisten wurde Nötigung und politische Verdächtigung vorgeworfen.
"Neues vom Drückerkönig" läuft am heutigen Mittwoch ab 22.35 Uhr im NDR.

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