Warum ein iPhone nano (noch) Nonsens ist

Ein iPhone zum halben Preis? Dagegen spricht nichts. Ohne physischen Speicher? Also mit weniger Stromverbrauch und weniger Gewicht, dafür mit Data-Storage in der Cloud? Nie mehr synchronisieren müssen? Besser geht’s nicht. Seit Tagen munkelt die Tech-Szene über ein derartiges iPhone nano, das bei Apple unter dem Projektnahmen “N97” laufen soll. Wir haben die Fakten zusammengetragen und erklären, warum es noch sehr lange Zeit kein kleines iPhone geben wird.

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Laut Berichten von CultofMac und anderen Technikblogs soll das iPhone nano lediglich noch über eine Pufferspeicher verfügen, der eingehende Daten buffert. Apple würde demnach die Streaming-Technologie des Ende 2009 übernommenen Streamingdienstes Lala einsetzen, um das kleine iPhone mit Daten zu versorgen. Nach demselben Prinzip funktioniert derzeit Apples neues AppleTV. Das Gerät muss nicht mehr mit dem Mac synchronisiert werden, sondern speichert die Downloads aus iTunes lediglich zwischen. Für ein stationär betriebenes Gadget überhaupt kein Problem. Für ein Smartphone allerdings denkbar ungeeignet. Warum?

Akkulaufzeit: Auch wenn Apple darum bemüht ist, die Laufzeit seiner Geräte zu verbessern und sich klare Unterschiede zu den Vorgänger-iPhones feststellen lassen, so dürfte ein Smartphone, das rund um die Uhr via UMTS funkt, seinen Akku schneller leersaugen, als man es aufladen könnte.

          Nicht echt: nur eine Designstudie von T3

Netzabdeckung: Zwar wird es kaum einen Smartphonebesitzer geben, der keinen Datentarif hat. Allerdings taugt das UMTS-Netz noch längst nicht für Datentransfers über normales Webbrowsing und Mailing hinaus als Kanal, um permanent Kontaktdaten, Kalendereinträge, Bücher et cetera mit dem Gerät abzugleichen. Wer einmal eine größere App über 3G installiert hat, weiß, wovon ich rede. Abgesehen davon sind die Anbieter von Datentarifen allesamt noch bemüht, den Verbrauch ihrer Kunden auf einem Minimum zu halten. Will Apple wirklich sämtliche Daten in der Cloud lagern, müsste die auch permanent mit hohem Datendurchsatz abgreifbar sein.

Apple ist nicht Google: Was der Konzern aus Cupertino dem Internetriesen an Hardware-Knowhow voraus hat, das fehlt ihm an Kompetenz, was cloudbasierte Dienste angeht. Während ich bei Google in der Cloud kostenlos Texte schreiben, Tabellen anlegen, Kontakte und Kalender verwalten und Bilder hochladen kann, verfügt Apple “nur” über MobileMe. So dürfte Apples größtes Problem nicht die Verkleinerung der Hardware sein, sondern der Aufbau eines durchweg cloudbasierten Dienstes.

Trotzdem muss etwas an den Gerüchten dran sein. Denn auch das Wall Street Journal und Bloomberg berichteten über Pläne seitens Apple, sein iPhone zu schrumpfen. Schließlich hat sich der Konzern vor einiger Zeit eine riesige Serverfarm in North Carolina geleistet. Die Konkurrenz dürfte das umso mehr ärgern, weil sich momentan die Smartphone-Branche in Barcelona zum Mobile World Congress trifft. Und doch beherrscht Apple mal wieder die Schlagzeilen. Und das, ohne dass der Konzern nur ein Wort dazu geäußert hat.
Als wäre das nicht schon genug, machen nun auch neue Gerüchte um ein iPhone 5 mit Tastatur und größerem Display die Runde. Dass das Mini-iPhone aber so aussieht, wie dieses verwaschene Bild von Gadgetzone.nl uns glauben lassen will, bleibt zu bezweifeln.

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