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Video-Duell: die neue Flip vs. iPhone 4

Fünf Millionen Einheiten hat Cisco mit der Flip verkauft. Der Ultrakompakt-Camcorder wirbelte ein ganzes Segment durch und revolutionierte den heimischen Videodreh. Ganz nach dem Motto “Never change a running system” hat der Hersteller seinem Erfolgsprodukt nur minimale Updates verpasst. Darunter den dringend notwendigen Bildstabilisator. Trotzdem verschläft der Marktführer den Anschluss an die Konkurrenz. Die wartet mit mehr Features auf. Wir haben die neue Flip getestet.

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Wenn ich die neue Flip Ultra in den Händen halte, fühle ich mich an einen Filmtitel erinnert: “Same same, but different”. An dem Knirps, der vor Jahren in den USA den gesamten Camcordermarkt auf den Kopf stellte, ist nach all der Zeit vieles anders. Und doch alles gleich. Immer noch setzen die Macher auf die Strategie: “Keep it simple”. Ein roter Knopf in der Mitte startet und stoppt die Aufnahme. Gesteuert wird über den Play-Button und zwei Spul-Knöpfe. Aufgeladen wird das Gerät über den intergrierten USB-Stecker. Darüber werden auch die gedrehten Clips auf den Rechner übertragen. Für 199 Euro.

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                       Der Bildstabilisator im Test

Aber was hat sich nun geändert? Die knappe Antwort: Das, was bitter nötig war. Und leider immer noch zu wenig. Mit Ausnahme der UltraHD mit 4GB verfügen die Modelle über neue Bildsensoren und nehmen Videos mit 60 Bildern (bisher nur 30) pro Sekunde auf. Die vermeintlich wichtigste Neuerung ist der Bildstabilisator. Denn je kleiner und leichter das Gerät, desto schneller übertragen sich Erschütterungen auf die Aufnahme. Das sorgte vor allem bei den alten Flips für Frust. Was nützt schon eine kleine Kamera, wenn das Bild unbrauchbar ist? Wie groß der Unterschied ist, zeigt Cisco recht unverblümt auf seiner Homepage. Das linke Video zeigt eine Aufnahme mit den alten Flips, das rechte das Bild der neuen Flip Ultra mit Bildstabilisator. Da ich regelmäßig mit dem Material der alten Flips zu tun habe und die neue UltraHD testen durfte, kann ich die Richtigkeit dieser Bilder nur bestätigen.

Wirklich ruhig war die Aufnahme mit der Flip bisher nur mit einem Stativ. Und auch wenn der Knirps über ein Gewinde verfügt, widerspricht ein Stativ nun mal der “ultramobilen” Idee. Aber abgesehen davon: Warum nimmt die Flip nur mit 720p auf? Diese Auflösung ist nun mal nicht der Stand der Technik. Der schärfste Konkurrent der Flips, die Zi8 von Kodak, nimmt mit 1080p auf. Überdies lässt sich die Kodak-Kamera auf bis zu 32 GB Speicher erweitern. Bei den Flips sind es maximal 8 GB.   

Die zweite große Neuerung: der sogenannte “Flip Port”. Über ihn sollen User künftig Zubehör mit der Kamera verbinden können. Allerdings nur mit der Flip Ultra. Mit einem Zubehör-Programm will Cisco die neue Generation seiner Flip-Camcorder aufrüsten. Noch in diesem Jahr seien ein Beamer im Hosentaschen-Format, Batterie-Ladegeräte sowie eine Unterwasserhülle von verschiedenen Herstellern erhältlich, teilte Cisco in München mit. Das Zubehör eignet sich für die seit November erhältliche Flip Ultra-HD und alle künftigen Modelle. Weitere Zusatzprodukte sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

Mittlerweile konkurriert Cisco nicht nur mit Ultrakompaktcamcordern. Genug Smartphones verfügen mittlerweile über ordentliche Kamera. Mein Mobil-Camorder der Wahl: das iPhone 4. Und im direkten Vergleich ist das Smartphone klar im Vorteil. Es ist kleiner, kann nebenbei Fotos machen und das Material direkt verschicken. Wenn ich will, kann ich es sofort auf dem Gerät über die iMovie-App schneiden. Außerdem wirken die Farben im Vergleich zu den Flip-Aufnahmen satter und kräftiger. Das mag nicht unbedingt realistischer sein, sieht aber meiner Ansicht nach besser aus. Über die Facebook-App kann ich meine Videos dann direkt an Freunde senden. Die Flip bietet zwar auch die Möglichkeit, kleine Filme ohne externe Software zu schneiden. Dafür muss die Kamera allerdings an einen Computer angeschlossen sein.

Mein Fazit: So jung und schon ein Dinosaurier im Business. Die Konkurrenz hat die Flip schon längst überholt. Dem neuen Modell fehlt es an wichtigen Features. Und selbst ein Smartphone hat mittlerweile mehr drauf.   

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