Neuer Kandidat für den Sat.1-Chefposten

Ein wenig neidisch blickt der ProSiebenSat.1-Vorstand und Sat.1-Chef Andreas Bartl auf den Quotenerfolg der RTL Dschungel-Show. Im Interview mit der SZ sagte er, dass er sich so ein Format auch für Sat.1 vorstellen könne. Zunächst aber kehrt die Trash-Show “Die Alm” auf ProSieben zurück. Für den gescheiterten Late-Night-Entertainer Oliver Pocher sieht Bartl eine Zukunft außerhalb von Sat.1. Und er bringt einen möglichen neuen Sat.1-Chef ins Spiel.

Anzeige

Er halte Pocher für einen kreativen Künstler, sagte Bartl der Süddeutschen, leider habe seine Late Night bei Sat.1 aber nicht funktioniert. “Aber wir haben ja eine Senderfamilie, ich kann mir ein Engagement bei einem anderen Sender in unserer Gruppe vorstellen”, so Bartl weiter. Es sei aber noch alles offen. Gar nicht mehr gerechnet wird bei Sat.1 stattdessen mit Kai Pflaume, der die Moderation der Sat.1-Show “Nur die Liebe zählt” abgegeben hat. Pflaume hat offenbar an seiner Tätigkeit als Moderator von “Das Star-Quiz” für die ARD Gefallen gefunden und einen geschmeidigen Wechsel inszeniert.

Zum Erfolg der Dschungel-Show von RTL sagte Bartl in dem Interview: “Ich kann mir vorstellen, dass wir auch mal ein sehr komisches und spektakuläres Format, das in diese Richtung geht, bei Sat.1 zeigen.” Der “natürlichere” Sender für ein solches Format sei aber der jünger positionierte Kanal ProSieben. Dort steht dann auch folgerichtig ein Revival der Promi-Trash-Show “Die Alm” an, die vor Jahren schon einmal mehr schlecht als recht versuchte, den Erfolg des RTL-Dschungelcamps zu kopieren – mit Kandidaten wie Ex-Boxer René Weller und der unerreicht unterirdischen Kader Loth. Moderiert wurde “Die Alm” in ihrem ersten Aufguss von Elton und Sonya Kraus. Wann “Die Alm” bei ProSieben wieder auf Sendung geht und wer moderiert, verriet Bartl nicht.

Ansonsten zeigte sich der Sat.1-Boss verhalten optimistisch, was sein Sender-Sorgenkind angeht. Er sei “nicht unzufrieden”, meinte Bartl, was für ihn freilich eine eher zurückhaltende Bewertung der Sachlage ist. Das Marktanteilsziel von elf Prozent hat er mit einem Jahresdurchschnittswert von 10,3 Prozent für 2010 jedenfalls nicht erreicht. Sat.1 soll sich vor allem als Heimatsender für deutsche Fiction-Programme positionieren, so Bartl. Beflügelt wird er dabei von Quotenerfolgen wie “Die Wanderhure” und “Die Säulen der Erde”.

Was den Quotenbringer Fußball betrifft, sagte Bartl auf Nachfrage, dass er sich die nächste Vergabe der Bundesliga-Rechte anschauen werde, generell aber mit zufrieden sei, was man habe. Vor allem die Champions League sei mit einem durchschnittlichen Marktanteil von über 20 Prozent sehr zufriedenstellend gelaufen.

Für den späten Abend verspricht Bartl zudem eine durchgehende Info-Schiene, wobei er den Begriff Information weiter fassen möchte als “mancher Medienpolitiker”. Für Bartl gehören auch der Rückkehrer Harald Schmidt mit seinen bissigen Tageskommentaren und eine Infotainment-Sendung wie “Aktie” zum Informations-Bouqet des Familiensenders Sat.1.

Als möglichen Nachfolger auf dem Sat.1-Chefposten bringt Bartl seinen Fiction-Chef und aktuellen Stellvertreter Joachim Kosack ins Spiel. Zwar sagt er es in dem SZ-Interview nicht direkt, aber Bartl betont, dass die Doppelfunktion Vorstand und Sat.1-Chef nur für eine gewisse Zeit angelegt sei und er lobt im gleichen Atemzug seinen Fiction-Mann in höchsten Tönen: “Er ist einer der allerbesten in meinem Team, und er wird mich noch stärker unterstützen.” Das klingt schon fast wie eine vorweggenommene Sat.1-Chefpersonalie.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige