Die Trends der IFA 2010

Heute ist es soweit: Die IFA öffnet für die Presse zum mittlerweile 50. Mal ihre Tore. Auf dem Messegelände rund um den Berliner Funkturm werden vom 3. bis 8. September wieder Elektronik-Hersteller aus aller Herren Länder ihre neuesten Produkte und Innovationen vorstellen. Im Fokus stehen der unaufhaltbare 3D-Trend und die Verschmelzung von Web und Fernsehen. Wir haben uns die wichtigsten Trends der IFA 2010 genauer angeschaut.

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Heute ist es soweit: Die IFA öffnet für die Presse zum mittlerweile 50. Mal ihre Tore. Auf dem Messegelände rund um den Berliner Funkturm werden vom 3. bis 8. September wieder Elektronik-Hersteller aus aller Herren Länder ihre neuesten Produkte und Innovationen vorstellen. Im Fokus stehen der unaufhaltbare 3D-Trend und die Verschmelzung von Web und Fernsehen. Wir haben uns die wichtigsten Trends der IFA  2010 genauer angeschaut.

OLED-Fernseher: Startschuss für den Massenmarkt?
Vor Jahren galten sie als sicherer Trend: OLED-Fernseher. Die Technik gilt als kontraststark, ultraflach verbaubar und extrem sparsam im Verbrauch. Geblieben ist vom Hype nur noch wenig. LG wird auf der IFA mit dem 15-Zoll-OLED-TV EL9500 aufwarten.

Samsung wird vermutlich mit einigen Prototypen kontern. Immerhin ist der Konzern im Bereich der Smartphone-OLED-Displays schon jetzt Marktführer. Die anderen Big Player, Sony und Panasonic werden sich die Show natürlich nicht stehlen lassen. Es bleibt abzuwarten, ob der Startschuss für OLEDs dieses Jahr auch gehört wird. Denn die Preise befinden sich schon seit einiger Zeit im freien Fall. Sonys 11-Zoll-OLED-Display kostet derzeit statt der geplanten 4.299 Euro nur noch 900 Euro. Der EL9500 von LG ist für 1.500 Euro zu haben.

MEEDIA meint: Für OLED-Displays ist die Zeit noch nicht gekommen. Erst seit ca. einem Jahr sind große LCDs und Plasmageräte wirklich in deutschen Wohnzimmern angekommen. Und werden dort erstmal einige Jahre stehen bleiben.

3D-Projektoren: Nur eine Frage der Zeit
Mit “schnöden” 3D-Fernsehgeräten wird kein Aussteller auf der IFA die Zuschauer zum Staunen bringen. Es ist jedoch bekannt, dass einige Hersteller von Heimkino-Projektoren an 3D-Versionen Ihrer Beamer arbeiten.

Die Technik funktioniert anders als bei 3D-Fernsehern, die größtenteils auf den Einsatz sogenannter Shutterbrillen setzen. Da Hersteller wie Sony durch den Einsatz in richtigen Kinos über das notwendige Know-How verfügen, ist der Marktstart nur noch eine Frage der Zeit.

MEEDIA meint: Nichts für den Massenmarkt, sondern den Filmliebhaber, der sich von der Masse der LCD- und Plasmabesitzer abheben will

Cell-TV: Sündig gute Ausstattung
Einen ganz anderen Weg geht Toshibas Cell-TV. Und sorgte damit schon auf der US-Technikmesse CES für Aufsehen. Neben normalem 3D-Fernsehen und der derzeit besten Hintergrundbeleuchtung kann das Gerät in Echtzeit 2D-Inhalte in 3D-ähnliche Sequenzen umwandeln.

Dazu verfügt das Cell-TV über einen Achtkern-Prozessor mit jeweils 3,2 GHz. Das erste, kürzlich in Japan  auf den Markt gebrachte Cell TV hat beispielsweise diverse Tuner verbaut und kann acht Programme gleichzeitig per Splitscreen wiedergeben.

MEEDIA meint: Der feuchte Traum eines jeden Fernsehjunkies. Bei veranschlagten Preisen von bis zu 100.000 Euro wird es aber für die meisten auch nur ein Traum bleiben.

3-D-Flachbildfernseher: Standard für die Hersteller, nicht für die Käufer
3D bieten alle großen Hersteller an. Derweil streiten sich Panasonic und Samsung noch um den flachsten 3D-Fernseher der Welt. Doch auch wenn die Technik für die Hersteller zum Standard gehört, schrecken viele Käufer noch vor dem Einsatz der berüchtigten 3D-Brille zurück.

In letzter Zeit machten immer wieder Geräte auf sich aufmerksam, die auf den Einsatz von Brillen verzichten. So auch Nintendos mobile Spielekonsole 3DS. Angeblich arbeitet auch Toshiba an ersten Produkten. Ob schon erste Modelle auf der IFA vorgestellt werden, ist noch nicht bekannt.

MEEDIA meint: 3D ist schön und gut. Doch abseits von Kinofilmen fehlt es noch an Inhalten. Erst nach und nach senden deutsche Fernsehsender auch in High Definition. Bis Filme dann auch in 3D ausgestrahlt werden, können noch Jahre vergehen.

HbbTV: Kommt endlich der TV-Web-Hybrid?
Die Kombination von Internet und Fernsehen ist nicht neu. Allerdings behindert in den letzten Jahren Großereignisse wie Olympia oder die Fußball-WM immer wieder den Fortschrtt. Denn die Masse wollte Flachbildschirme. Große Flachbildschirme, um ihre Lieblingssportler in all ihrer Pracht zu bewundern. Ein Internetanschluss war da nicht von Nöten. Mit “Hybrid Broadcast Broadband TV”, kurz HbbTV, könnte erstmals ein gemeinsamer Standard für eine Marktdurchdringung sorgen. Damit schickt sich Web an, die letzte Bastion zu erorbern, die es noch nicht verändert hat.

Ein Beispiel: Sie schauen eine beliebte Kochsendung. Mitten drin wird von einem hervorragenden Wein gesprochen, der Sie interessiert. Jetzt könnte der Sender den Zuschauern interessante Details liefern. Mit Hbb-TV soll Videotext und den elektronischen Programmführer (EPG) ins neue Zeitalter holen. Ein Druck auf die Fernbedienung soll zusätzliche Infos auf den Schirm holen. Im Idelfall mit passenden Links zu Gerichten oder Online-Shops.

MEEDIA meint: Letzten Endes geht es bei der Verschmelzung beider Technologien um die Neuordnung von Werbegeldern. Zuschauer sollen zum Kaufen angeregt werden. Noch fehlt es an technischen Standards.

Tablets: Das iPad bekommt Konkurrenz
Seit seiner Markteinführung Anfang des Jahres galt Apples iPad als uneinholbar auf dem Markt der Tabletrechner. Das könnte sich jetzt ändern. Denn auf der diesjährigen IFA werden zahlreiche Konkurrenten neue Geräte vorstellen. Der Großteil verwendet Googles Betriebssystem Android. Die größten Erwartungen werden in Samsungs Galaxy Tab gesetzt. Der als große Bruder des Smartphones Galaxy S verschrieene Tabletrechner sollte zwar erst am 2. September offiziell vorgestellt werden, einige Details sind aber bereits bekannt. Das Gerät ist 7 Zoll groß und damit deutlich kleiner als das 9,7 Zoll große iPad. Der von den Samsung-Smartphone bekannte Super-AMOLED-Bildschirm löst mit 1024 x 600 sehr hoch auf. Außerdem soll das Gerät über einen A8-Prozessor mit 1,2 Gigahertz, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte internen Speicher verfügen. UMTS, GPS und Bluetooth sind ebenso vorhanden wie eine Kamera für Videotelefonie. Wenn man bedenkt, dass Apples FaceTime-Protokoll ein offener Standard ist, der von allen Herstellern übernommen werden darf, können sich die iPad-Besitzer jetzt erstmal kräftig ärgern.

Der für Monitore bekannte Hersteller ViewSonic trumpft ebenfalls mit einem 7-Zoll-Tablet auf. Das ViewPad bietet laut Pressemitteilung die gleichen Funktionen wie das Galaxy-Tablet. Lediglich zur Auflösung des Displays und der Taktfrequenz des Prozessors schweigt sich das Unternehmen noch aus. Das ViewPad soll 400 Euro kosten und ab Oktober erhältlich sein.

Das Kölner Unternehmen E-Noa schickt sein Interpad ins Rennen. Das 10,1 Zoll große Tablet läuft mit einem 1-Ghz-Prozessor und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Apps und anderen Daten werden auf einer internen SD-Karte mit 16 Gigabyte Speichervolumen abgelegt. In der Basisversion für 400 Euro bietet das E-noa-Tablet HDMI-, WLAN-, USB- und Bluetooth-Kompatibilität, aber kein UMTS. Der Verkaufsstart ist im Oktober. Ein 3G-Modell mit Kamera und GPS soll bis Weihnachten folgen.

MEEDIA meint: Nach etlichen Fehlstarts wächst jetzt eine ernstzunehmende Konkurrenz für das Apple-Tablet heran. Wer neben dem iPad das Rennen macht, ist allerdings fraglich.

Heimnetzwerke
Was kaum überraschen dürfte: Heimnetzwerke und Internet-Radios nehmen weiter an Fahrt auf. Multimedia-Geräte sollen untereinander verstärkt Daten austauschen. Auch Internetmediatheken stehen mehr im Mittelpunkt. Das Internet könnte sich laut Experten sogar als Problemlöser entpuppen.

MEEDIA meint: Ein alter Hut.

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