Hart, härter, Heidi: null Toleranz für Models

Es ist wieder soweit: Passend zur Weiberfastnacht jagt Heidi Klum ihre "Mädchen" wieder auf den Laufsteg. Nach der öden letzten Staffel kündigt die Model-Mama nun härtere Bandagen an: Es wird nicht mehr wöchentlich entschieden, wer die Stöckel-Show verlassen muss, sondern die Kandidatinnen können jederzeit von der kecken Klum und ihren zwei neuen Juroren, Thomas Hayo und Thomas Rath, aus dem Reich der Schönen und Dünnen verbannt werden. Doch nicht nur inhaltlich setzt ProSieben auf Veränderungen.

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Der Vermarkter Seven-One Media integriert erstmals – ganz legal – Product Placement in die Sendung. Auf Anfrage von Horizont.net wollte Seven-One Media aber nicht verraten, welche Marken sich ihren Auftritt in der Show gesichert haben. Anbieten würden sich Fashion-Label, Pflegeprodukte und Kosmetika. Der Vermarkter teilte lediglich mit, man sei mit dem Buchungsstand "mehr als zufrieden". Neben dem Product Placement lebt die Sendung zudem von Sponsoring: Zu den Hauptquellen zählen Schweppes und Suzuki. Letzterer verlost bereits seit drei Jahren im Rahmen eines Gewinnspiels in jeder zweiten Sendung einen Suzuki Alto.
Dennoch scheint die Sendung und ihre prominente Juryfrontfrau nicht für alle Werbekunden mehr das zu sein, was sie mal war: Der langjährige Lizenzpartner C&A steigt mit der sechsten Staffel aus. Wie W&V vermeldet, gibt es für die Gewinnerin nun keinen Modelvertrag mehr mit dem Bekleidungsunternehmen. Auch eine Kollektion ist nicht mehr vorgesehen, weil man sich "auf andere Projekte konzentrieren wolle", sagte eine Unternehmenssprecherin. Stattdessen gibt Sony Ericsson Starthilfe für die Model-Karriere: Der IT-Konzern zahlt 100.00 Euro in bar für das sechste Topmodel made by Heidi Klum. Und Gillette will mit der Gewinnerin eine Kampagne starten. Nicht zu vergessen: das obligatorische Cosmopolitan-Cover.
Soviel zur wirtschaftlichen Relevanz der Dauer-Klum-Sendung. Anders als in den Jahren zuvor sind bereits vor der Show die Top 50 offiziell vom Sender bekanntgegeben. Insgesamt sollen sich 13.374 junge Frauen beworben haben. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 10.000 Mädchen weniger, was sich der Sender aber mit einem geänderten Bewerbungsmodus erklärt. Wie Welt Online schreibt, war es dieses Mal nur möglich, sich via Casting-Teilnahme einen Platz zu sichern. Schriftliche Bewerbungen wurden nicht angenommen.
Ob die neue Jury und die Rund-um-die-Uhr-Rausschmiss-Regel mehr Spannung in die Sendung bringen? Quotentechnisch hing die Show jedenfalls bei der letzten Staffel hinter dem Erfolg der vorherigen. Im Durchschnitt schauten 2010 insgesamt 3,00 Mio. zu. Bei den für ProSieben wichtigen 14- bis 49-Jährigen waren es 2,22 Mio – und damit so wenige wie seit der ersten Staffel 2006 nicht mehr. Der Marktanteil lag hier mit 18,1% aber trotzdem noch deutlich über den ProSieben-Normalwerten. Heidi Klum hat ihre besten Jahre hinter sich.

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