DieRedaktion: Post will Journalismus retten

Publishing Die Deutsche Post hat heute die B2B-Plattform DieRedaktion.de für Journalisten, Verlage und CP-Dienstleister gestartet. Journalisten sollen sich auf dem Portal präsentieren und um Aufträge bewerben können. Erstes prominentes Mitglied: Konstantin Neven DuMont. Das Projekt unterstützen der DJV, der Springer-Verlag und IDG Media. Ihre Vermittlertätigkeit lässt sich die Post aber gut bezahlen: 30 Prozent für jeden abgeschlossenen Auftrag und 72 Euro jährliche Grundgebühr müssen die Freien an die Post zahlen.

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Einen "effizienten Ein- und Verkauf von hochwertigen journalistischen Inhalten" versprechen die Bonner in einer Pressemitteilung. Um das zu gewährleisten, müssen sich Journalisten via Presse-Ausweis und PostIdent-Verfahren registrieren. "Wir sehen in DieRedaktion.de ein interessantes Geschäftsmodell, um gerade als freier Journalist neue Kontakte und damit neue Einnahmequellen zu erschließen", erläutert Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV).

Auch für Unternehmen und Verbände will sich DieRedaktion.de zu einem wichtigen Geschäftspartner entwickeln. Die Firmen sollen "Zugang zu einem umfangreichen journalistischen Content-Pool für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit" bekommen und gezielt eigene Projekte ausschreiben können. York von Heimburg, Vorstand der IDG Communications Media AG, bezeichnet das Portal "als gute Management-Plattform zur zentralen Organisation der freien Journalisten".

Die Post verfolgt mit dem Portal offiziell das Ziel, "die Marktbedingungen für Qualitätsjournalismus in Deutschland vor dem Hintergrund des Transformationsprozesses der Medien und den davon betroffenen Medienschaffenden zu verbessern". Die Bonner verbinde eine langjährige Partnerschaft mit den Medien und sie seien zugleich "Enabler für neue erfolgversprechende Geschäftsmodelle im Netz". Bei fälligen Provisionen zwischen 15 und 30 Prozent ist allerdings fraglich, wie DieRedaktion.de von Freien und Verlagen angenommen wird. Mit dem geschassten Verleger-Sohn  Konstantin Neven DuMont ist schon das erste prominente Mitglied registriert – ihm dürfte es aber kaum ums Geld gehen.

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