SZ: Döpfner träumt wieder von P7S1-Kauf

In dieser Woche präsentiert CEO Thomas Ebeling die Jahresbilanz des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 und wird dabei wohl eindrucksvolle Zahlen vortragen. Keine Frage: Die Konsolidierung der einst krisengeschüttelten Senderkette schreitet voran, und damit wird das Unternehmen wieder zum lukrativen Übernahmekandidaten. Erster Interessent, so berichtet jetzt die Süddeutsche Zeitung, ist ein alter Bekannter: Angeblich plant Axel Springer den Einstieg auf Raten.

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Zwar gibt es keine offizielle Bestätigung aus dem Berliner Medienhaus, das auf SZ-Anfrage lediglich verlauten ließ, es gebe dazu "im Moment keine Überlegungen". Andererseits ist es ein offenes Geheimnis, dass Vorstandschef Mathias Döpfner seine 2005 nur am Kartellamt gescheiterten Übernahmepläne nie ganz aufgegeben hat. Bereits vor einiger Zeit hatte das 2007 eingestiegene Risikokapital-Konsortium KKR / Permira bekannt gegeben, den Konzern bis 2012 wieder veräußern zu wollen. Nach Informationen der Süddeutschen konnte auch dank des Sparkurses, in dessen Verlauf Sat.1 von Berlin nach Unterföhring umzog und der defizitäre Nachrichtenkanal N24 verkauft wurde, das operative Ergebnis im abgelaufenen Jahr auf 850 Millionen Euro gesteigert werden.
"Es gibt durchaus Interesse bei Springer", zitiert die SZ eine Stimme aus "Verhandlungskreisen". Allerdings werde es erst in der zweiten Jahreshälfte konkrete Details geben. So sei zu erwarten, dass Springer sich zunächst mit einem Unternehmensanteil von um 25 Prozent bescheiden könnte – wohl auch, um die Kartellbehörden gewogen zu machen. Wie es in dem Zeitungsbericht weiter heißt, sei Springers Chef-Lobbyist Christoph Keese damit betraut, in "sensiblen Gesprächen" mit Medienpolitikern den Wiedereinstieg ins TV-Geschäft vorzubereiten.
Ein Handicap bei der Übernahme ist der Schuldenberg von rund drei Milliarden Euro, der immer noch auf der Senderkette lastet. Dennoch wäre das Engagement für Springer äußerst interessant, da ProSiebenSat.1 auch über reichweitenstarke Online-Angebote verfügt, die das Verlags-Portfolio ergänzen und in einem Vermarktungspaket noch schlagkräftiger machen könnten. Dass am Markt offenbar einige auf eine baldige Übernahme spekulieren, deuten die Notierungen der Aktie an den Börsen an, die häufig über dem Niveau der sonstigen Kursanstiege liegen. Falls Springer es sich doch noch anders überlegen oder erneut vom Kartellamt ausgebremst werden sollte, steht schon der nächste Investionswillige bereit: Der US-Medienriese NewsCorp. würde mit dem Kauf von ProSiebenSat.1 gern seine immer noch schwächelnde deutsche TV-Bastion Sky stützen.

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