Kachelmann: Comeback bei Burda-Radio

Der Prozess gegen den ehemaligen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung läuft noch. Mittlerweile sagt Kachelmann beim Aschaffenburger Privatsender Radio Primavera wieder das Wochenendwetter an. Interessantes Detail: An dem Sender sind ausgerechnet der Burda Verlag und Focus-Herausgeber Helmut Markwort beteiligt, denen Kachelmanns Verteidiger eine Kampagne gegen seinen Mandanten vorwirft.

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Der Job bei Radio Primavera ist eigentlich keine große Sache. Jörg Kachelmann hat mit seiner Firma Meteomedia einen Ein-Jahres-Vertrag für das Wochenendwetter mit dem Sender geschlossen und präsentiert die Prognosen als Aufzeichnung freitags selbst. Für Kachelmann persönlich und beruflich ist es aber dann doch eine größere Sache. Es ist so etwas wie der Wiedereinstieg in seinen Job, den er ruhen ließ, seit die Vergewaltigungsvorwürfe erstmals öffentlich wurden.
Ein ähnliches Engagement beim Schweizer Radiosender Sunshine wurde vom Sender nach kurzer Zeit beendet, weil sich Teile der Hörerschaft offenbar massiv über die Verpflichtung Kachelmanns beschwert hatten. Kachelmanns neue Chance als Wettermann in Deutschland bekommt er nun bei Radio Primavera ausgerechnet bei einem Sender, der über Ecken zu jenem Medienreich gehört, das er vor Gericht erbittert bekämpft: dem Burda Konzern.
Immerhin 35 Prozent der Primavera-Betreibergesellschaft gehören der Studio Gong Aschaffenburg GmbH. Die gehört wiederum zu 100 Prozent der Studio Gong GmbH & Co. Studiobetriebs KG und die gehört zu knapp 42 Prozent zur Burda Broadcast Media. Etwas über 5 Prozent von Studio Gong gehört außerdem zur Firma Medienpool, die Focus-Herausgeber Helmut Markwort persönlich gehört.
Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn forderte vor Gericht bereits, dass die Redaktionen der Burda-Magazine Bunte und Focus durchsucht werden, weil beide Blätter angeblich eine gezielte Schmutz-Kampagne gegen Kachelmann betreiben. In Bunte und Focus haben sich die Ex-Geliebten Kachelmanns ausführlich geäußert. Helmut Markwort hat Kachelmanns Anwalt Schwenn in einem Kommentar seinerseits scharf kritisiert. Vor Gericht lässt Schwenn keine Gelegenheit aus, die Methoden des Medienhauses Burda scharf anzugreifen. Ob er weiß, dass sein Mandant nun über Ecken für Burda arbeitet? Höchst wahrscheinlich steckt da keine Absicht dahinter, aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Kachelmann ausgerechnet bei einem Sender seine neue Chance als Wettermann bekommt, der zum verzweigten Burda-Medien-Reich gehört.

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