Das Outing-Missverständis um Manuel Neuer

Deutsche Sprache, schwere Sprache: Anders ist es nicht zu erklären, dass einige südamerikanische Medien das Coming-out von Nationaltorwart Manuel Neuer vermeldeten. Nach Queer.de-Recherchen hatte eine chilenische Zeitung ein Bunte-Interview mit dem Goalie falsch übersetzt, in dem der 24-Jährige schwulen Fußballern empfiehlt, offen über ihre Sexualität zu sprechen. Die Folge: Viele andere Portale und Zeitung übernahmen die Ente vom "Ricky Martin des Fußballs".

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Kurz nach Veröffentlichung der ersten Meldung schrieben mehrere Medien voneinander ab. Das Portal "ABC Color" aus Paraguay textete "Deutscher Gay-Torwart bittet seine Kollegen, sich zu befreien". Aus Argentinien meldete sich Todo Noticias zu Wort. Dort heißt es: "Der Torwart hat gestanden und fühlt sich erleichtert." Und La Voz notierte: "Der deutsche Torwart gibt zu, dass er schwul ist".
Das Interesse der südamerikanischen Medien an dem Revier-Club erklärt sich überwiegend daraus, dass der peruanische Nationalspieler Jefferson Farfán bei den Königsblauen unter Vertrag steht.
In dem Interview mit der Bunten sagte Neuer tatsächlich: "Ja, wer schwul ist, sollte sich outen. Da fällt doch eine Last ab." Der 24-Jährige glaubt zudem, dass es kaum negative Reaktionen bei den Anhängern geben würde. "Auch die Fans werden sich schnell daran gewöhnen. Wichtig ist die Leistung."
Ob der Torhüter in seiner Einschätzung richtig liegt, darf bezweifelt werden. Denn wenn sein vermeintliches Outing in Südamerika, wo Neuer nun wirklich nicht sonderlich bekannt ist, so hohe Wellen schlägt, was würde dann erst in Europa passieren?

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