Energies Club: Kofler zieht den Stecker

Auch die Spots der preisgekrönten Agentur Heimat waren vergebens: Der mit großem TV-Werbedruck auf die Rampe geschobene "Kofler Energies Club" ist vier Monate nach dem Start bereits Geschichte. Wie die Münchner Unternehmensgruppe Kofler Energies am Freitagnachmittag mitteilte, liege die Marktakzeptanz "weit hinter den Erwartungen". Marketing- und Vertriebs-Aktivitäten werden mit sofortiger Wirkung eingestellt. Für Aufsichtsratschef Georg Kofler ein Debakel.

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Wie peinlich: Der Südtiroler, der nach dem blitzartigen Abgang beim Pay-Sender Premiere (heute Sky) bei Investoren und Branchenbeobachtern gefühlt mehr offene Fragen und Rechenaufgaben hinterlassen hatte als Abonnenten, war seinerzeit in die Energiebranche gewechselt. Dort hätte er weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ein neues Businessmodell kultivieren können. Doch den 53-Jährigen drängte es bald wieder ins Rampenlicht – zumindest, was die Verwendung seines Namens in einer großen Kampagne angeht. Kofler scheint dafür ein Faible zu haben. Bereits als Premiere-Vorstandschef warf der frühere Leo Kirch-Zögling ein hochauflagiges Fernseh-Programmie namens TV Kofler auf den Markt, ein Titel, der alsbald wieder in der Versenkung verschwand.
Nun muss also auch der Kofler Energies Club in der bestehenden Form abgewickelt werden. Kofler kommentiert dies so: "Dem Kofler Energies Club ist es leider nicht gelungen, die deutschen Privathaushalte mit seinem Angebot für professionelles Energiesparen zu überzeugen." Das Konzept habe "den realen Markttest nicht bestanden". Das Prinzip sah vor, dass allen Mitgliedern günstiger Strom bzw. verbilligtes Gas vermittelt werden sollte. Dem Jahresbeitrag von 75 Euro sollten laut Firmenversprechen Einsparungen von 200 bis 500 Euro gegenüberstehen.
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Welche Rolle die auf plumpe Bauernfängerei angelegte Heimat-Kampagne bei dem Millionen-Flop spielte, wird wohl nie restlos geklärt werden können. Der Aufsichtsratschef des Energies Club kündigte gleichzeitig an, dass die Gruppe "weiterhin in den Bereich der Energieeffizienz investieren" werde, "allerdings mit klarem Fokus auf die Energiedienstleistungen für Geschäftskunden." Als Signal an den Markt gab das Unternehmen auch die Ablösung des Club-Vorstandsvorsitzenden Peter Vest bekannt.
Mit der offiziellen Mitteilung bestätigte sich zugleich der Exklusivbericht der Halterner Zeitung, die das bevorstehende Aus für den Kofler Club bereits am Donnerstag unter Berufung auf Vorstandskreise gemeldet hatte.

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